Studie «Robotik und autonome Geräte in Betreuung und Gesundheitsversorgung»

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Robotik in Betreuung und Gesundheitsversorgung. Studie des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung, Heidrun Becker, Mandy Scheermesser, Michael Früh, Yvonne Treusch, Holger Auerbach, Richard Alexander Hüppi, Flurina Meier, Zürich, vdf, 252 S.,  CHF 39.--/ EUR 34.--, ISBN 978-3-7281-3520-9 (Buch) / Download open access. vdf Hochschulverlag AG

Einführung

Was ist Robotik?
In der Industrie sind Roboter schon seit längerer Zeit weit verbreitet. Sie erledigen Routinearbei­ten, z.B. bei der Montage von Automobilen. Diese Industrieroboter entsprechen nicht dem Bild der men­schenähnlichen, blechernen «Wesen», dass man oft im Kopf hat, wenn von Robotern die Rede ist – es sind vielmehr Maschinen, die auf sehr effiziente Art und Weise Arbeitsschritte ausführen, die früher von Menschen erledigt wurden. Weniger um die Steigerung der Effizienz, dafür mehr um die Unterstützung und die Ergänzung von menschlicher Arbeitskraft geht es, wenn in Zukunft Roboter oder autonome Geräte auch Aufgaben im sozialen Bereich bewältigen sollen.

Chancen und Risiken von autonomen Geräten und Robotern
Bei der Pflege und Rehabilitation, bei der Betreuung alter Menschen und auch von Kindern sind in den Industrieländern personelle Engpässe abzusehen. Das Spektrum möglicher Anwen­dungen von Robotern und autonomen Geräten in diesen Bereichen ist sehr breit. Es reicht von Trainingsrobotern, die in der Rehabilitation zum Ein­satz kom­men über Dienstleistungsroboter für den Haushalt bis zu «elektronischen Kuscheltie­ren», welche auf Berührungsreize reagieren und in japanischen Altersheimen bereits verwendet werden. Systeme zur Unterstützung pflegebedürftiger Personen werden womöglich alten Menschen in Zukunft erlauben, länger in ihrer vertrauten Wohnung bleiben zu können und den Eintritt ins Altersheim hinauszuschieben. Doch wo führt diese Entwicklung hin? Ist das der Anfang zu einer Technisierung in Bereichen wie der Pflege alter Menschen, wo bis anhin ein menschliches Gegen­über unverzichtbar war?

Wieso eine TA-SWISS Studie zu diesem Thema?
Es gibt zahlreiche offene Fragen wie z.B. im Hinblick auf die Tauglichkeit der Geräte im Alltag und der Folgen für die Betroffenen – seien dies die Menschen, die von einem Roboter bedient bzw. betreut werden oder Arbeitskräfte, in deren Institution Roboter und autonome Geräte eingesetzt werden. 

Zielsetzungen der Studie
In der interdisziplinären Studie werden Chancen und Risiken der Robotik und der Verwendung autonomer Geräte für die Bereiche Betreuung, Rehabilitation, Pflege und Therapie anhand möglichst realistischer Zukunftsszenarien analysiert. Dabei ist die Versorgung älterer Menschen von besonderem Interesse. Sowohl das institutionelle (Heime, Spitäler, Arztpraxen) wie auch das häuslichen Umfeld werden berück­sichtigt. Unter anderem werden folgende Fragestellungen untersucht: 

  • Welche Anwendungen gibt es schon, für welche werden Prototypen erprobt und welche künftigen Einsatzbereiche sind absehbar? Wie steht es mit der Tauglichkeit der Geräte im Alltag?
  • Wo besteht Bedarf für eine Automatisierung? Welche Akteure und Interessen stehen hinter der Absicht, bisher von Menschen erbrachte Leistungen an Roboter zu delegieren? Inwiefern prägen kulturelle Voraussetzungen die Akzeptanz in verschiedenen Bereichen?
  • Ist die Automatisierung eine zweckmässige Lösung? Besteht die Gefahr, dass Aufgaben im sozialen Bereich wegrationalisiert werden? Verdrängen Roboter Menschen, die keine höhere Ausbildung haben, aber oft emotional anspruchsvolle Aufgaben erledigen z.B. in der Pflege?
  • Ist des Vordringens von Robotern in den sozialen Bereich aus ethischer Sicht vertretbar? Oder gibt es Gründe, einen Bereich, in dem soziale Interaktionen und Gefühle von Bedeutung sind, vor der Technisie­rung zu bewahren?
  • Wie weit darf die vorpro­grammierte Autonomie eines Roboters gehen, ohne dass dadurch Probleme bei der Sicherheit entste­hen? In diesem Kontext ist die rechtliche Situation von Bedeutung, hierbei sollen Fragen der Haft­pflicht diskutiert werden.
  • Welche wirtschaftlichen Potenziale sind vorhanden, z.B. für Hersteller solcher Geräte? Wie steht es um die  Kosten – wobei nicht nur die Anschaffung der Geräte sondern auch deren Unterhalt von Belang sind.
  • Abschlies­send wird die Situation in einer Gesamtbeurteilung bewertet. Beruhend darauf werden Empfehlungen zum Umgang mit der Problematik formuliert, die an Entscheidungstragende, insbesondere an Politikerinnen und Politiker gerichtet sind.

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Vorgehen

Methode

Die Studie wird in 6 Schritten durchgeführt: 

  • Ist-Analyse: Literaturanalyse zu aktuellen Entwicklungen und Prototypen sowie zum Einsatz von Robotern und autonomen Geräten in der Praxis.
  • Umwelt-Analyse: Erhebung der Makrotrends gemäss den «PESTEL»-Faktoren: Political, Economic, Sociocultural, Technological, Environmental and Legal analysis.
  • Bedarfsanalyse: Befragung von Akteurinnen und Akteuren in Fokus-Gruppen im Hinblick auf Bedarf, Bedürfnisse und Befürchtungen.
  • Reflexion und Bewertung: Befragung von Expertinnen und Experten zu Technik (Machbarkeit), Wirtschaft (Realisierbarkeit), Gesellschaft, Ethik und Recht.  
  • Erstellung einer Gesamtbilanz, Analyse von Chancen und Risiken, evtl. in Form von Szenarien.
  • Formulierung von Empfehlungen für verschiedene Zielgruppen.  

Zeitplan 
Projektbeginn: Juni 2011 | Abschluss: Herbst 2012

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Resultate und Downloads

Newsletter
01/2011 Schwerpunkt-Thema «Robotik»

Factsheet
Robot Companions for Citizens, deutsch und französisch

Medienmitteilung vom 18. Dezember 2012
Mein Pfleger, ein Roboter

Studie
Robotik in Betreuung und Gesundheitsversorgung

Kurzfassung zur Studie
RoboCare - Gesundheitsversorgung im Zeitalter der Automaten

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Veranstaltungen

Flagship RoboCom  - Rise of Sentient Machines? Robot Companions for Citizens 
May 22, 2012 / Diaconis Tagungszentrum Blumenberg,
 Bern 
Programme* and Speakers

Presentations:
Prof. Ulrich W. Suter

Prof. Paolo Dario 

Prof. Rolf Pfeifer 

Dr. Susanne Beck   

Prof. Dr. Heidrun Becker

 * The lovely pancake flipping robot figuring the programme flyer is called Rosie and has been developped by the CoTeSys Central Robotics Laboratory CCRL, Technische Universität München (www.cotesys.org/research/our-robots/)

Links:
Presentation of Paolo Dario, Flagship Info-Day, Brussels 2012
RoboCom Movie  
RoboCom Manifesto
The Ethical Frontiers of Robotics, article by Noel Sharkey

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Kontakte

Trägerschaft

  • Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS
  • Kommission für Technologie und Innovation KTI
  • Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW
  • Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW

 

Beteiligte Personen

TA-SWISS Projekt-Betreuer

  • Dr. Adrian Rüegsegger, TA-SWISS E-Mail

 Projekt-Beauftragte

  • Dr. Heidrun Becker, Departement Gesundheit, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW, (Projektleiterin)
  • Dr. Holger Auerbach, Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie WIG, ZHAW 
  • Richard Alexander Hüppi, School of Engineering, ZHAW
  • Mandy Scheermesser, Departement Gesundheit, ZHAW 

 Begleitgruppe  

  • Prof. Dr. Daniel Gygax, Fachhochschule Nordwestschweiz, (Vorsitzender der Begleitgruppe) 
  • Sibylle Ackermann Birbaum, Verbund der Akademien der Wissenschaften Schweiz A+
  • Prof. Dr. Hannes Bleuler, EPF Lausanne
  • Dr. Katrin Crameri, Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW, Basel
  • Janine Graf, Delegierte der Kommission für Technologie und Innovation KTI , Bern
  • Bea Heim, Nationalrätin, Sozialdemokratische Partei, Kanton Solothurn
  • Prof. Dr. François Höpflinger, Universität Zürich
  • Prof. Dr. Annemarie Kesselring, Universität Basel
  • Dr. med. Pedro Koch, Senior Health Consultant, Küsnacht
  • Prof. Dr. Sabine Maasen, Universität Basel
  • Dr. Jürg Müller, Rechtsdienst Universitätsspital Basel
  • Thomas Müller, Journalist Radio DRS, Basel
  • Prof. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello, Universität Bern
  • Prof. Dr. Robert Riener, ETH Zürich 
  • Dr. Markus Zürcher, Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW, Bern
  • Prof. Dr. Giatgen Spinas, Universitätsspital Zürich
  • Prof. Dr. Gábor Szekely, Delegierter der Kommission für Technologie und Innovation KTI , Bern

 

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Links

Weiterführende Links
Roboter von morgen: dein Freund und Helfer. Wissenschaft im Gespräch
Eine Sendung auf Radio DRS 2: Über Nutzen und Risiken von sanften Alltagsrobotern diskutieren der Roboter-Forscher Rolf Pfeifer von der Universität Zürich und Heidrun Becker von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. 

Roboter helfen im Altersheim
Die Sendung «Einstein» auf Schweizer Fernsehen: das Interview mit der Projektleiterin der TA-SWISS-Studie Prof. Heidrun Becker  

 

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Project
Short Title: Robotics
Long Title: Robotics and autonomous devices in social and health care
Short Description: Automation is progressively becoming a part of day-to-day life, and devices are becoming increasingly interactive. The loss of human contact because of machines such as cash dispensers, which obviate the need to go to the bank counter, seems to present few problems. But where social contacts are more important it is a different story. The study will therefore investigate the opportunities and consequences of robotics, or of autonomous devices in the areas of rehabilitation, nursing care and therapy.
Start: 2011
End: 2012
Partner Institutes:
Scope Countries:
Contact Person: Rüegsegger, Adrian
Home Page URL: http://www.ta-swiss.ch/en/projects/biotechnology-medicine/robotics/
Focus: Biotechnology and medicine
Project Leader: TA-SWISS
Other Members:

Das Projekt in Kürze

Die Automatisierung im Alltag schreitet voran und die Geräte werden zunehmend interaktiv. Der Verlust von Kontakten zu Menschen wegen Geräten wie Geld-Automaten, die den Gang zum Bankschalter überflüssig machen, erscheint wenig problematisch. Doch dort, wo soziale Kontakte wichtiger sind, ist dies anders. In der Studie werden deshalb die Möglichkeiten und Folgen der Robotik bzw. von autonomen Geräten in den Bereichen Rehabilitation, Pflege und Therapie untersucht.

Projekt: Mai 2011 bis Herbst 2012

Produkte: Schlussbericht und Kurzfassung

Projektleitung: Dr. Heidrun Becker, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW

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Foto: Jens Kilian. Quelle: www.care-o-bot.de