publifocus «Nanotechnologien und ihre Bedeutung für Gesundheit und Umwelt»

Einführung | Resultate | Vorgehen | Downloads | Veranstaltungen | Kontakte | Links

Einführung

Was heisst Nanotechnologie?
Kratzfeste Lacke, schmutzabweisende Kleider, selbstreinigende Fensterscheiben oder neuartige Lebensmittel und Medikamente. Dahinter steckt in vielen Fällen Nanotechnik. In den Nanowissenschaften und -technologien arbeiten und experimentieren Forschende aus den Bereichen Physik, Chemie, Biotechnologie, Medizin, Informatik und Materialwissenschaften mit einzelnen Atomen und Molekülen. Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter oder ein Millionstel Millimeter. Nano-Strukturen sind zumindest in einer Dimension kleiner als 100 Nanometer. In dieser Dimension ändern sich die Eigenschaften von Stoffen teilweise radikal und das eröffnet der Technik neue Chancen.

Chancen und Risiken der Nanotechnologien
Nanotechnologien werden als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhundert bezeichnet. Es ist zu vermuten, dass sie unseren Alltag stark verändern und Auswirkungen auf die Umwelt haben werden. Bereits sind weltweit über 200 Nano-Produkte und rund 600 Nano-Werk- oder Zusatzstoffe auf dem Markt. Auch bei uns zu finden sind Sonnencremes und Zahnpasten mit Nanopartikeln, und infolge Nanotechnik antibakteriell wirkende Textilien und Spielzeuge. In Zukunft sollen Medikamente z.B. direkt in den Krebszellen wirksam werden oder Stoffe, die in Mikrogrösse isolierend, in Nanogrösse aber leitend sind, zu effizienten Energieträgern werden. Schier unbegrenzt scheinen die Anwendungen. Die International Association of Nanotechnology schätzt, dass 2006 weltweit die Investitionen ca. 4.3 Milliarden US Dollar in Nano-Forschung und -entwicklung betragen. Natürlich ist Nano daher auch ein Verkaufsargument. Aber nicht überall, wo «Nano» draufsteht (wie beim «iPod Nano» oder dem Haushaltspray «Nano-Magic»), ist auch «Nano» drin.

Andererseits enthalten Produkte auch Stoffe in Nanogrösse, ohne dass dies speziell deklariert ist. Denn eine Regelung im Umgang mit Nanopartikeln muss erst noch erarbeitet werden. In der Schweiz entwickeln BAG und BAFU dazu den «Aktionsplan synthetische Nanopartikel 2006 - 2009». Dies ist dringend nötig, denn toxikologische Untersuchungen zu synthetisch hergestellten Nano-Partikeln zeigen mögliche Gesundheitsrisiken auf. Was als Mikro-Partikel (Millionstel Meter) harmlos ist, kann als Nano-Partikel für Mensch und Umwelt bedenklich sein. Forschung, Industrie, Behörden und Assekuranz sind sich jedoch einig: Nanowissenschaften und -technologien müssen die mögliche Toxizität von gewissen Nanopartikeln und die daraus entstehenden Risiken für Mensch und Umwelt verstärkt erforschen.

Wieso ein TA-SWISS publifocus «Nanotechnologien und ihre Bedeutung für Gesundheit und Umwelt»?
Nanotechnologische Entwicklungen haben das Potenzial, zentrale Lebensbereiche unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zu verändern. Dies wird auch Auswirkungen auf die Umweltsysteme haben. Nanotechnologien sind in der Öffentlichkeit erst wenig bekannt. Auch Fragen der Regulation werden in der Schweiz erst seit kurzem koordiniert angegangen. Die Politik verfolgt die technischen Entwicklungen aufmerksam. Studien helfen, Chancen und Risiken abzuwägen. Allenfalls nötige Gesetze müssen aber auch die Meinung der Bevölkerung einbeziehen. Wie nehmen sogenannte «Laien» die Nanotech-Diskussion wahr? Wo sehen Bürgerinnen und Bürger Chancen für sich, ihre Gesundheit und die Umwelt? Und wo liegen mögliche Risiken? Werden bei der Nano-Forschung ethische Grenzen überschritten? Braucht es eine Regulation oder eine einheitliche Deklaration? Das sind Fragen, die TA-SWISS mit zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern diskutieren will. Im September 2006 finden dazu in allen Landesteilen publifocus-Veranstaltungen statt.

Zielsetzungen des publifocus

Ziel der Diskussionen ist es

  • von den Teilnehmenden erste Einschätzungen über Akzeptanz, Wünsche, Bedenken und offenen Fragen zu Nanotechnolgien zu erfahren.
  • aufzuzeigen, wie die Verwendung von Nanomaterialien und die möglichen sozialen und ökonomischen Auswirkungen der neuen Technologien von sogenannten Laien, die zum Thema informiert wurden, beurteilt werden.

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Resultate

Ergebnisse
Die Meinungen der Teilnehmenden - also die Resultate der publifocus-Veranstaltungen - werden in einem Bericht zusammengestellt. Dieser liegt gegen Ende 2006 vor und dient der Information der interessierten Öffentlichkeit und des Parlaments, denn dieses entscheidet über allenfalls nötige gesetzgeberische Ansprüche, die aus den Nanowissenschaften und -technologien und ihren Anwendungen erwachsen könnten.

Empfehlungen
In den publifocus-Veranstaltungen werden keine Empfehlungen erarbeitet. Sie geben jedoch die Einschätzung der publifocus-Teilnehmenden wieder und zeigen, wo Spannungsfelder liegen.

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Vorgehen

Methode

  • Mit Literatur- und Internetrecherche wird der Entwicklungsstand der Nanotechnologien, sowie die Diskussion um Chancen und Risiken erhoben und eine Zusammenfassung in einer Informationsbroschüre festgehalten.
  • Für die publifocus-Veranstaltungen - moderierte Abenddiskussionen - werden aus allen Landesteilen interessierte Bürgerinnen und Bürger gesucht und eingeladen.
  • Die Gespräche aus den ca. fünf publifocus-Veranstaltungen werden protokolliert und in einem Schlussbericht zusammengestellt.
  • Das Projekt wird von den Bundesämtern für Gesundheit (BAG) und Umwelt (BAFU) und der Zürcher Hochschule Winterthur (ZHW) aktiv mitgetragen und eine breit abgestützte Gruppe mit Expertinnen und Experten aus Politik, Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft, Medien und NGOs begleitet das Projekt kritisch.

Zeitplan
Projektbeginn: Herbst 2005 | Abschluss: Dezember 2006

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Downloads

Medieninformation
12.07.06 publifocus Nanotechnologien: Chancen und Risiken frühzeitig diskutieren (30 KB)
11.12.06 Was Laien über Nanotechnologien denken und was daraus folgt (28 KB)

Infobroschüre
12.07.06 Nano! Nanu? (501 KB)
08.09.06 Know Your Nano! (511 KB)

Schlussbericht
11.12.06 Nanotechnologien in der Schweiz: Herausforderungen erkannt (PDF 566 KB)
18.12.06 Public Reactions to Nanotechnology in Switzerland (PDF 428 KB)

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Veranstaltungen

12.06.2007
Kleine Teilchen mit grosser Zukunft: Chancen und Risiken der Nanotechnologie
Organisation: Zürcher Hochschule Winterthur and TA-SWISS

24.05.2007
Kleiner Kanton - grosse Zukunft. Nanotechnologie: Aufbruch für den Industriekanton Glarus?
Dr. Sergio Bellucci, Geschäftsführer TA-SWISS, Ergebnisse publifocus «Nanotechnologien»
Dr. Michael Riediker, Institut de Santé au Travail, Université de Lausanne, Was ist Nanotechnologie?
Samuel Enggist, Wirtschaftsförderung des Kantons Glarus
aNRDr. Johannes Randegger, Novartis International AG, Basel, Chancen und Zukunftsperspektiven der Nanotechnologie aus der Sicht der Pharmaindustrie
Ständerat Dr. Fridolin Schiesser
Moderation: Fridolin Hauser

Organisation: Glarnerische Staatsbürgerliche Gesellschaft und TA-SWISS

21.05.2007
Die Bürger/innen und die Nanotechnologien. publifocus in der Schweiz und Bürgerkonferenz in der Ill-de-France
Organisation: Nanopublic und TA-SWISS

03.04.2007
Tagung: Nanotechnologie: Chancen und Risiken für die Umwelt  

20.03.2007
Podiumsdiskussion: Alles Nano oder was? Chancen und Risiken der Nanotechnologie
Andreas Bachmann, Ethiker und Buchautor über Nanobiotechnologie
Ruth Genner, Nationalrätin und Lebensmittelingenieurin
Hans Näf, Bühler Partec GmbH, Nanopartikelverarbeitung und -veredelung
Viola Vogel, Materialwissenschafterin und Professorin an der ETHZ
Sergio Bellucci, Geschäftsführer TA-SWISS, Ergebnisse publifocus «Nanotechnologie»
Moderation: Barbara Reye, Wissenschaftsjournalistin Tages-Anzeiger

11.12.06
Parlamentarier/innen-Anlass und Medieninformation: Nanotechnologien – Die Chancen und Risiken aus Sicht der Laien
Referate
Fulvio Caccia, Präsident TA-SWISS Leitungsausschuss
Philipp Heitz, Präsident Begleitgruppe
Michael Emmenegger, TA-SWISS Projektverantwortlicher
Torsten Fleischer, ITAS, Karlsruhe
Steffen Wengert, Bundesamt für Gesundheit

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Kontakte

Trägerschaft

  • Bundesamt für Gesundheit (BAG)
  • Bundesamt für Umwelt (BAFU)
  • Zürcher Hochschule Winterthur (ZHW)
  • Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung (TA-SWISS)

Begleitgruppe

  • Prof. Philipp U. Heitz, Mitglied Leitungsausschuss TA-SWISS, Au/ZH (Präsident der Begleitgruppe)
  • Prof. Dr. Ueli Aebi, Mitglied Leitungsausschuss TA-SWISS, Strukturbiologe, NCCR Nanoscale Science, Biozentrum, Universität Basel
  • Dr. Sergio Bellucci, Geschäftsführer Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung (TA-SWISS), Bern
  • Dr. Stefan Durrer, Ressort Chemikalien und Arbeit, Staatssekretariat für Wirtschaft (seco), Bern/Zürich
  • Dr. Thomas Epprecht, Risk Engineering Services, Swiss Re, Zürich
  • Prof. Dr. Peter Gehr, Direktor Institut für Anatomie, Medizinische Fakultät der Universität Bern
  • Brigit Hofer, Wirtschaftspolitik/Nachhaltigkeit COOP Schweiz, Basel
  • Prof. Dr. Georg Karlaganis, Chef Abteilung Stoffe, Boden, Biotechnologie, Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern
  • Dr. Hans G. Kastenholz, Leiter Innovations- und Technikanalyse, Abteilung Technologie und Gesellschaft, Empa, St. Gallen
  • Alain Kaufmann, Mitglied Leitungsausschuss TA-SWISS, Directeur Interface Sciences - Société, Université de Lausanne
  • Prof. Heinrich Kuhn, Leiter Kompetenzzentrum für Sicherheit und Risikoprävention (KSR), Zürcher Hochschule Winterthur (ZHW), Winterthur
  • Dr. Monika Kurath, Wissenschaftlerin/PostDoc, Collegium Helveticum ETH Zürich und Programm für Wissenschaftsforschung/Soziologie der Universität Basel
  • Christa Markwalder Bär, Nationalrätin FDP, Burgdorf
  • Christian Pohl, network for transdisciplinarity in sciences and humanities (td-net), Akademie der Naturwissenschaften (scnat), Bern
  • Dr. Klaus Peter Rippe, Geschäftsführer Ethik im Diskurs GmbH, Zürich
  • Urs Spahr, Sektion biologische Sicherheit, Abteilung Biomedizin, Bundesamt für Gesundheit (BAG), Bern
  • Christof Studer, Sektion Industriechemikalien, Abteilung Stoffe, Boden, Biotechnologie, Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern
  • Barbara Vonarburg, Leiterin Redaktion Wissen, Tages-Anzeiger, Zürich
  • Josianne Walpen, Projektleiterin Bereich Lebensmittel/Kosmetika, Stiftung für Konsumentenschutz, Bern
  • Steffen Wengert, Leiter Sektion Vermarktete Stoffe, Abteilung Chemikalien, Direktionsbereich Verbraucherschutz, Bundesamt für Gesundheit (BAG), Bern

Projekt Beauftragte

  • Dr. Herbert Cerutti, Wissenschaftsjournalist, Verfasser Informationsbroschüre
  • Lucienne Rey , Texterey, Protokolle publifocus-Veranstaltungen und Verfasserin Schlussbericht

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Links

Weiterführende Links

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Project
Short Title: publifocus Nanotechnology
Long Title: publifocus Nanotechnology
Short Description: Nanotechnological developments have the potential to change key areas of life in our society over the coming years and decades. This will also impact on ecological systems. As yet, there is little public awareness about nanotechnologies. In Switzerland, too, it is only recently that a coordinated approach has been initiated to takle questions of regulation. Political groups are paying close attention to the technical developments. Studies help to weigh up the opportunities and risks. Any legislation that may be necessary, however, must also take the views of the population into account. How do so-called “laypersons” perceive the nanotech debate? Where do citizens see opportunities for themselves, their health and the environment? And where do the possible risks lie? Does nanoresearch cross ethical boundaries? Is there a need for regulation or a standardised declaration? These are questions that TA-SWISS wanted to discuss with randomly selected citizen groups. Publifocus events are to be held in all parts of the country during September 2006.
Start: 2005
End: 2006
Partner Institutes:
Scope Countries:
Contact Person: Rey, Lucienne
Home Page URL: http://www.ta-swiss.ch/en/publifocus-nanotechnology/
Focus:
Project Leader: TA-SWISS
Other Members:

NanoWachstum.jpg

Wachsende Nanoröhrchen, sogenannte Nanotubes (Bild: Ch. Schönenberger, Universität Basel)