publifocus «In-vitro-Fertilisation» (2003)

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Einführung

Was ist In-vitro-Fertilisation?
Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist die wohl bekannteste Methode der medizinisch unterstützten Fortpflanzung. Der Begriff bedeutet wörtlich «Befruchtung im Glas» und genau das passiert auch: die Eizelle der Frau wird von der Samenzelle des Mannes in einem Glasschälchen befruchtet. Die befruchtete Eizelle wird dann zwei bis drei Tage in einer Nährlösung weiterkultiviert und schliesslich in die Gebärmutter der Frau übertragen. Falls sie sich dort einnistet, kommt es zu einer Schwangerschaft, die sich nicht von einer spontanen Schwangerschaft unterscheidet.

Chancen und Risiken von In-vitro-Fertilisation
Das erste « Retortenbaby » sorgte 1978 für Schalgzeilen. Seither hat die IVF den Kinderwunsch vieler Paare erfüllt – rund eine Million Kinder sind weltweit dank der IVF-Behandlung zur Welt gekommen. Mit grosser Sicherheit wird das Auftreten von Fehlbildungen und Erbkrankheiten durch die IVF nicht beeinflusst. Das grösste Problem sind die vergleichsweise häufigen Mehrlingsschwangerschaften nach IVF-Behandlungen. Kinder aus solchen Schwangerschaften kommen oft viele Wochen zu früh auf die Welt, was ein Gesundheitsrisiko darstellt. Zudem ermöglicht die IVF genetische Untersuchungen im Reagenzglas (Präimplantationsdiagnostik PID). Dies wird aus ethischer Sicht kontrovers beurteilt wird.

Wieso ein TA-SWISS publifocus «In-vitro-Fertilisation»?
Im Zusammenhang mit der IVF stehen wichtige Entscheide an. Insbesondere geht es dabei um eine allfällige Vergütung der Kosten durch die Grundversicherung. Ist Unfruchtbarkeit eine Krankheit, deren Behandlung von der obligatorischen Krankenversicherung bezahlt werden muss? Auch stellt sich die Frage nach den genetischen Tests im Reagenzglas. Die Präimplantationsdiagnostik ist derzeit zwar in der Schweiz nicht erlaubt, aber in Zukunft ist hier eine neue Beurteilung der Situation möglich.

Zielsetzungen des publifocus
Die Teilnehmenden des publifocus haben unter anderem folgende Fragen diskutiert:

  • Soll die In-vitro-Fertilisation von der obligatorischen Krankenversicherung bezahlt werden?
  • Welches sind die Chancen und Risiken der künstlichen Befruchtung aus Sicht der Bevölkerung?
  • Soll die Präimplantationsdiagnostik in Zukunft in der Schweiz zugelassen werden?
  • Wie weit soll die Fortpflanzungsmedizin gehen können, um einem kinderlosen Paar zum gewünschten Nachwuchs zu verhelfen?
  • Soll es ein Recht auf eigene Kinder geben?

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Resultate

Ergebnisse der Studie
In sämtlichen Diskussionsrunden wurde der Wunsch laut, unfruchtbare Paare müssten die Möglichkeit haben, unabhängige Beratung und Information über Behandlungsmöglichkeiten und Alternativen (z.B. über Adoption) einzuholen.

Zwar wurde verbreitet davor gewarnt, den Krankenkassen zusätzliche Leistungen aufbürden zu wollen. Dennoch gab in den wenigsten Fällen der Kostenaspekt den alleinigen Ausschlag, um eine Vergütung der IVF abzulehnen. Die meisten sahen das Alter der Mütter oder die Anzahl Behandlungszyklen als Kriterien, um die Leistungspflicht der Kassen zu begrenzen.

Bei der Frage, ob die Präimplantationsdiagnostik zugelassen werden sollte, überwog die Zustimmung. Embryonen sollten im Reagenzglas auf Erbkrankheiten, die auch mit den üblichen Methoden der vorgeburtlichen Diagnostik aufgedeckt würden, getestet werden dürfen.

Vorgehen

Methode
Das Ziel der «publifocus» Diskussionsrunden ist es, Meinungen, Argumente und offene Fragen der Bürgerinnen und Bürger zu erfassen und zu analysieren. Die Diskussionen werden nach einem vorgängig festgesetzten Fragen-Raster moderiert. Zum vorliegenden Thema wurden fünf publifocus Veranstaltungen in der Schweiz mit je rund zehn Teilnehmenden organisiert. Von den verschiedenen Gruppen wurden unterschiedliche Sichtweisen zur IVF erwartet:

  • drei Sprachgruppen (deutsch, französich, italienisch)
  • eine Patienten-Gruppe (hat IVF in Anspruch genommen)
  • eine Gruppe von Personen, die sich zur Adoption entschlossen hat

Die Ergebnisse des publifocus wurden in einem Bericht festgehalten.

Zeitplan
Projektdurchführung: Frühling 2003

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Downloads

Medieninformation
10.06.03 Kinderwunsch von der Allgemeinheit finanziert?

Parlamentarier Information
10.06.03 Wenn Kinderwunsch keine Selbstverständlichkeit ist
Folienpräsentation

Infobroschüre
1/2003 publifocus In-vitro-Fertilisation

Bericht zum publifocus
Rey, L. (2003). publifocus "In-vitro-Fertilisation", zur In-vitro-Fertilisation: Wenn Kindersegen keine Selbstverständlichkeit ist, Texterrey: Bern und Erfurt.

Zum Thema erschienen
Stellungnahme der schweizerischen Nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin (NEK) zur Präimplantationsdiagnostik (2005).

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Veranstaltungen

Veranstaltungen
19.03.03 publifocus « IVF-PatientInnen » , Zürich
13.03.03 publifocus « Adoption » , Genf
07.03.03 publifocus « Romands » , Lausanne
25.02.03 publifocus « Ticino » , Lugano
24.02.03 publifocus « Deutschschweiz » , Lenzburg

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Kontakte

Trägerschaft

  • Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern
  • Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS

Beteiligte Personen

TA-SWISS Projekt-Betreuerin

  • Dr. Danielle Bütschi, TA-SWISS. E-mail

Begleitgruppe

  • Dr. Salome von Greyerz, Bundesamt für Gesundheit, Bern
  • Nationalrat Dr. Yves Guisan, Hôpital du Pay d'Enhaut, Château-d'Oex
    Dr. Hermann Schmid, Bundesamt für Justiz, Bern
  • Prof. Christoph Rehmann-Sutter, Institut für Geschichte und Epistemologie der Medizin, Universität Basel
  • Prof. Bruno Imthurn, Klinik für Endokrinologie, Universitätsspital Zürich
  • Dr. Pedro Koch , Bundesamt für Sozialversicherung BSV (Präsident der Begleitgruppe)
  • Helena Kottmann, Bundesamt für Sozialversicherung BSV
  • Dr. Margrit Leuthold, Generalsekretärin der Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW, Basel
  • Konrad Engler, Verein Kinderwunsch, Binningen
  • Prof. Philipp U. Heitz, Departement Pathologie, Universitätsspital Zürich
  • Dr. Lutz Götzmann, Abteilung für psychosoziale Medizin, Universitätsspital Zürich

Fachreferent

  • Prof. Alberto Bondolfi , Arbeitsstelle für Ethikunterricht der Medizinische Fakultät, Universität Zürich

Moderation

  • Beatrix Egger (deutschsprachige Schweiz)
  • Béatrice Pellegrini (französischsprachige Schweiz)
  • Dino Bornatico (italienischsprachige Schweiz)

Berichtsredaktion

  • Dr. Lucienne Rey

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Links

Weiterführende Links

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Project
Short Title: In-vitro-Fertilisation
Long Title: publifocus «In-vitro-Fertilisation»
Short Description: Im Zusammenhang mit der IVF stehen wichtige Entscheide an. Insbesondere geht es dabei um eine allfällige Vergütung der Kosten durch die Grundversicherung. Ist Unfruchtbarkeit eine Krankheit, deren Behandlung von der obligatorischen Krankenversicherung bezahlt werden muss? Auch stellt sich die Frage nach den genetischen Tests im Reagenzglas. Die Präimplantationsdiagnostik ist derzeit zwar in der Schweiz nicht erlaubt, aber in Zukunft ist hier eine neue Beurteilung der Situation möglich.
Start: 2003
End: 2003
Partner Institutes:
Scope Countries:
Contact Person: Bütschi, Danielle
Home Page URL: http://www.ta-swiss.ch/publifocus-in-vitro-fertilisation/
Focus:
Project Leader: TA-SWISS
Other Members:

Inj.jpg

Wenn Kinderwunsch keine Selbstverständlichkeit ist.