publifocus «Forschung an embryonalen Stammzellen» (2002)

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Einführung

Was sind embryonale Stammzellen?
Menschliche embryonale Stammzellen sind jene Zellen, aus denen bei der Entwicklung des Embryos sämtliche Zell- und Gewebetypen des menschlichen Körpers entstehen. Erst seit 1998 lassen sich menschliche embryonale Stammzellen im Labor kultivieren. Dies weckt grosse Hoffnungen auf neue Therapien für zahlreiche Krankheiten. Kranke Zellen oder Gewebe sollen in Zukunft ersetzt werden können.

Chancen und Risiken der Forschung an embryonalen Stammzellen
Die Anwendung von Stammzellen verspricht grosse Chancen für die Therapie von Krankheiten, die durch die Fehlfunktion einzelner Zelltypen verursacht werden. Dies betrifft bisher kaum therapierbare Erkrankungen wie die Alzheimer’sche oder die Parkinson’sche Krankheit, aber auch Leiden wie Diabetes, bei denen es zwar eine wirksame Behandlung gibt, welche aber die Ursache der Krankheit nicht behebt.

Menschliche embryonale Stammzellen werden meist aus wenigen Tage alten «überzähligen» menschlichen Embryonen gewonnen, welche im Rahmen der Fortpflanzungsmedizin nicht mehr benötigt werden. In Zukunft könnte auch das so genannte « therapeutische Klonen » zu einer wichtigen Methode werden, um solche Stammzellen zu gewinnen. Gegen beide Verfahren gibt es allerdings Einwände aus ethischer Sicht.

Wieso ein TA-SWISS publifocus « Forschung an Stammzellen »?
Die Gewinnung menschlicher embryonaler Stammzellen ist umstritten, weil zu diesem Zweck wenige Tage alte Embryonen zerstört werden müssen. Wie weit darf die Forschung gehen? Der Gesellschaft stellt sich die Frage, ob der Rückgriff auf menschliche Embryonen gerechtfertigt ist und wann das Leben beginnt. Mit dem publifocus erhalten Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, sich zur Forschung an Stammzellen zu äussern.

Zielsetzungen des publifocus
Die Teilnehmenden des publifocus aus verschiedenen Sprachregionen und mit unterschiedlicher Betroffenheit vom Thema haben unter anderem folgende Fragen diskutiert:

  • Welche Argumente sprechen für, welche gegen die Forschung an embryonalen Stammzellen?
  • Wann beginnt das Leben, welcher Wert hat ein Embryo?
  • Wie steht es um die Schutzwürdigkeit «überzähliger» Embryonen im Reagenzglas, die für die In-vitro-Fertilisation erzeugt wurden, nun aber doch nicht für die Fortpflanzungsmedizin gebraucht werden?
  • Welche Grenzen sollen dieser Forschung gesetzt werden?

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Resultate

Ergebnisse des publifocus
In allen Gesprächsrunden waren sowohl beharrliche Gegner als auch überzeugte Befürworter der Forschung an embryonalen Stammzellen vertreten. In der Überzahl waren allerdings Personen, die sich hin- und hergezogen fühlten und Argumente vorbrachten, die teilweise zugunsten, zum Teil aber auch gegen die Nutzung embryonaler Stammzellen sprechen. Zu konkreten Fragen wie etwa der Verwendung überzähliger Embryonen zu Forschungszwecken nahmen die meisten Teilnehmenden des publifocus eine pragmatische Haltung ein. Unter strengen Regeln stimmten sie der Forschung zu, allerdings ohne Begeisterung. Eine publifocus-Teilnehmerin fasste dies wie folgt zusammen: « Der Kopf sagt Ja, das Gefühl Nein».

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Vorgehen

Methode
Das Ziel der «publifocus» Diskussionsrunden ist es, Meinungen, Argumente und offene Fragen der Bürgerinnen und Bürger zu erfassen und zu analysieren. Die Diskussionen werden nach einem vorgängig festgesetzten Fragen-Raster moderiert. Zum vorliegenden Thema wurden sechs publifocus Veranstaltungen in der Schweiz mit je 10 bis 15 Teilnehmenden organisiert. Von den verschiedenen Gruppen wurden unterschiedliche Sichtweisen zur Forschung an embryonalen Stammzellen erwartet:

  • drei Gruppen je nach Sprachregion (deutsch, französisch, italienisch)
  • eine Gruppe mit engem Bezug zur Kirche (deutsch)
  • eine reine Frauengruppe (französisch)
  • eine Gruppe mit Patienten und Patientinnen (deutsch)

Die Ergebnisse des publifocus wurden in einem Bericht festgehalten.

Zeitplan
Projektdurchführung: Frühjahr 2002

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Downloads

Infobroschüre
1-2002 Menschliche Stammzellen (PDF 100 KB)

Bericht zum publifocus
publifocus «Forschung an embryonalen Stammzellen», Bericht eines Mitwirkungsverfahrens, Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung, TA-P3/2002 d, Bern, 2002. Texterey: Lucienne Rey, Bern und Erfurt.

Zum Thema erschienen
Dossier Stammzellenforschung. Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften DRZE und Institut für Wissenschaft und Ethik (Hrsg.). Online Bestellung (Webseite des DRZE).

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Veranstaltungen

publifocus Veranstaltungen
16.4.02 publifocus « Westschweiz », Lausanne
18.4.02 publifocus « Gläubige », Thun
19.4.02 publifocus « Frauen », Lausanne
25.4.02 publifocus « Deutschschweiz », Winterthur
26.4.02 publifocus « Tessin », Lugano
04.5.02 publifocus « PatientInnen », Bern

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Kontakte

Trägerschaft
Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS

Beteiligte Personen

TA-SWISS Projekt-Betreuerin

  • Dr. Danielle Bütschi, TA-SWISS. e-mail

Fachreferent

  • Prof. Alberto Bondolfi , Arbeitsstelle für Ethikunterricht, Medizinische Fakultät, Universität Zürich

Berichtsredaktion

  • Dr. Lucienne Rey

Öffentlichkeitsarbeit

  • Susanne Brenner, TA-SWISS. e-mail

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Links

Weiterführende Links

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Project
Short Title: Embryonale Stammzellen
Long Title: publifocus Forschung an embryonalen Stammzellen
Short Description: Die Gewinnung menschlicher embryonaler Stammzellen ist umstritten, weil zu diesem Zweck wenige Tage alte Embryonen zerstört werden müssen. Wie weit darf die Forschung gehen? Der Gesellschaft stellt sich die Frage, ob der Rückgriff auf menschliche Embryonen gerechtfertigt ist und wann das Leben beginnt. Mit dem publifocus erhalten Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, sich zur Forschung an Stammzellen zu äussern.
Start: 2002
End: 2002
Partner Institutes:
Scope Countries:
Contact Person: Bütschi, Danielle
Home Page URL: http://www.ta-swiss.ch/publifocus-forschung-an-embryonalen-stammzellen/
Focus:
Project Leader: TA-SWISS
Other Members:

Stammzellen_korr.jpg

«Der Kopf sagt Ja, das Gefühl Nein»

Was denken Bürgerinnen und Bürger über die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen? Wo sind dieser Forschung Grenzen zu setzen?