Projekt «SurPRISE – Surveillance, Privacy and Security: A large scale participatory assessment of criteria and factors determining acceptability and acceptance of security technologies in Europe»

Einführung | Vorgehen | Resultate / Downloads | Veranstaltungen | Kontakte | Links

Einführung

SurPRISE: Studie zum Verhältnis von Überwachung, Sicherheit und Schutz der Privatsphäre
SurPRISE ist ein europäisches Projekt, welches zum Ziel hat, die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger bezüglich Sicherheit zu ermitteln und gleichzeitig zu eruieren, bis zu welchem Grad und unter welchen Bedingungen die Bürgerinnen und Bürger Eingriffe in ihre Privatsphäre zu Gunsten des Einsatzes von Überwachungstechnologien in Kauf nehmen. Während Politik und Wissenschaft der Ansicht zu sein scheinen, dass erhöhte Sicherheit auf Kosten der Grundrechte zumutbar ist, ergründet SurPRISE, inwiefern die Bürgerinnen und Bürger diese Auffassung teilen und ob weitere Faktoren – zum Beispiel kultureller oder sozialer Art – diese Frage beeinflussen. Am Projekt beteiligt sind elf Partner aus der akademischen Welt und dem Technology Assessment. Koordinator ist das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA), das österreichische Organ für Technologiefolgen-Abschätzung. Im Rahmen dieses Projektes wird TA-SWISS 2013 in der Schweiz eine Bürgerbefragung durchführen. In anderen an SurPRISE beteiligten europäischen Ländernwird gleichzeitig eine identische Befragung stattfinden.

Chancen und Risiken der Überwachungstechnologien
Die Überwachungstechnologien entwickeln sich stetig. Kleinkriminalität, Terrorismus, Internetkriminalität und Steuerbetrug können dank immer leistungsfähigeren Überwachungstechnologien bekämpft werden. Die Fortschritte in Informatik, Erkennung und Biometrie ermöglichen Technologien, welche die Grenzen der Kriminalitätsbekämpfung immer weiter zurück drängen. Aber diese Technologien können auch die Privatsphäre  des Einzelnen gefährden – umso mehr, als dass sie präventiv auf alle angewendet werden. Die Regierungen müssen daher versuchen, ein Gleichgewicht zwischen den legitimen Bedürfnisse der Gesellschaft und dem Recht des Einzelnen auf Privatsphäre  zu finden. Dies bedingt eine komplexe Interessensabwägung, bei der zahlreiche Faktoren mitspielen.

Weshalb  die Teilnahme von TA-SWISS am Projekt« SurPRISE »?
In der Schweiz werden die Überwachungstechnologien und infolgedessen auch der Schutz der Privatsphäre heftig diskutiert. Besonders aktuell sind Diskussionen rund um die von immer mehr öffentlichen und privaten Organisationen eingesetzte Videoüberwachung. Die Einführung des biometrischen Passes hat ebenfalls Anlass zu Debatten gegeben und die internationale Dimension von Sicherheitsfragen aufgezeigt. Schliesslich verunsichert auch die Cyberkriminalität und die Netzwerküberwachung entwickelt sich zu einem Schlüsselelement der nationalen Sicherheit.

Das Projekt SurPRISE sieht Bürgerbefragungen in neun europäischen Ländern vor. Thema wird sein, wie der Einzelne das potenzielle Spannungsfeld zwischen dem Einsatz von Überwachungstechnologien und dem Schutz der Privatsphäre wahrnimmt. TA-SWISS geht es darum, zu untersuchen, unter welchen Bedingungen Schweizerinnen und Schweizer den Einsatz von Überwachungsmitteln akzeptieren, und ob die Debatte über das heikle Verhältnis von Überwachung, Sicherheit und Schutz der Privatsphäre  in ähnlichen Bahnen verläuft, wie in anderen europäischen Ländern.  Damit will TA-SWISS einen wesentlichen Beitrag zur Diskussion um die Schweizer Sicherheitspolitik leisten.

Zielsetzungen
Ziel des Projets SurPRISE ist es, die meist als Trade-off bezeichnete Beziehung zwischen Sicherheit und Privatsphäre zu erforschen. Während die meisten VorschriftenGesetze und Richtlinien in Bezug auf Überwachungstechnologien einfach davon ausgehen, dass Bürgerinnen und Bürger willig sind, Einschränkungen ihrer Privatsphäre zu Gunsten erhöhter Sicherheit in Kauf zu nehmen, will das Projekt genauer untersuchen, welche Faktoren die Akzeptanz von Überwachungslösungen beeinflussen.

Die Projektziele lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Untersuchung der Frage, in welchem Mass der angenommene Trade-off zwischen Sicherheit und Privatsphäre die Akzeptanz bzw. die Ablehnung der Überwachungstechnologien beeinflusst
  • Ermittlung weiterer Faktoren, welche die Akzeptanz bzw. die Ablehnung die Sicherheitstechnologien möglicherweise beeinflussen
  • Darlegung des Verständnisses, welche die Bürgerinnen und Bürger Europas von den Gesetzen zur Sicherstellung des Datenschutzes und deren Umsetzung haben

Erarbeitung einer Entscheidungsgrundlage, damit Experten und Entscheidungsträger, statt von einer angenommenen Trade-off-Beziehung auszugehen,  auf eine ausgereiftere und komplexere Methode zurückgreifen können, um die Annehmbarkeit von Überwachungstechnologien zu ermitteln.

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Vorgehen

Methode
Herzstück des Projektes ist eine gross angelegte Bürgerbefragung in neun europäischen Ländern , in deren Rahmen sich 200-300 Teilnehmende gleichzeitig treffen und ihre Sicht über aktuelle und künftige Überwachungstechnologien darlegen werden. Im Mittelpunkt soll dabei ihre Einschätzung des potenziellen Spannungsfeldes zwischen Sicherheit und Schutz der Privatsphäre stehen. Im Vorfeld der Befragung leisten die Projektpartner theoretische und analytische Grundlagenarbeit, um einen methodischen Rahmen für die Bürgerdiskussionen zu schaffen.. Die Bürgerinnen und Bürger, welche an den Diskussionsrunden teilnehmen, werden zudem Informationsmaterial erhalten (Videos, schriftliche Dokumente).

Jede Diskussionsrunde wird Gegenstand eines Berichtes sein. Die Ergebnisse der nationalen Diskussionen werden anschliessend miteinander verglichen, um mögliche Unterschiede oder Ähnlichkeiten zwischen den Ländern auszumachen. Anhand dieser Analysen können sodann Leitlinien für die zukünftige Sicherheitsforschung entwickelt werden sowie Empfehlungen für die Sicherheitspolitik entwickelt werden, die mit den europäischen Werten und demokratischen Grundsätzen im Einklang steht.

Zeitplan
Projektbeginn: Februar 2012 | Projektende: Januar 2015

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Resultate und Downloads

Projektbeschreibung
3.1 Report on surveillance technology and privacy enhancing design (in Englisch)
3.2 Report on regulatory frameworks concerning privacy and evolution of the norm to privacy (in Englisch)
3.3 Report on security enhancing options that are not based on surveillance technologies (in Englisch)
3.4 Synthesis paper on comprehensive security enhancing policy options (in Englisch)

Den Bericht mit den Ergebnissen der Diskussionsforen in der Schweiz zu den Sicherheitstechnologien finden Sie hier: TA-P18/2014 d («Bitte lächeln, Sie werden überwacht!», dt., pdf, 8.2 MB)

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Veranstaltungen

Bitte lächeln, Sie werden überwacht...

TA-SWISS lädt 300 Personen in der Schweiz (100 pro Sprachregion) zu einem Diskussionsforum ein. Es geht darum, herauszufinden, ob und wie Sicherheitstechnologien in Ihrem Alltag eine Rolle spielen, und wie Sie deren Nutzen und Risiken beurteilen.

Das Diskussionsforum in der Deutschschweiz findet statt am:

Samstag, 8. März 2014, von 9 bis 16 Uhr in Zürich

Weitere Informationen und Anmeldung hier.

 

 

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Kontakte

Projektkoordination

Institut für Technologiefolgen-Abschätzung-ITA. Johan Cas, E-mail

Projekt-Beteiligte bei TA-SWISS

  • Dr. Danielle Bütschi, TA-SWISS, Projektverantwortliche. E-mail 
  • Dr. Sergio Bellucci, TA-SWISS. E-mail 
  • Dilini-Sylvie Jeanneret, TA-SWISS. E-mail

Institutionen, die sich unter anderem am Projekt beteiligen

  • Oesterreichische Akademie der Wissenschaften (OEAW)
  • Institut für Technologiefolgen-Abschätzung (ITA), Oesterreich
  • Agencia de Proteccion de Datos de la Comunidad de Madrid (APDCM), Spanien
  • Agencia Estatal Consejo Superior de Investigaciones Cientificas (CSIC), Spanien
  • Teknologiradet-The Danish Board of Technology (DBT), Dänemark
  • European University Institute (EUI), Italien
  • Verein für Rechts und Kriminalsoziologie (IRKS), Osterreich
  • Mediàn Opinion and Market Research Limited Company, Ungarn
  • Teknologiradet-The Norwegian Board of Technologie (NBT), Norwegen
  • Open University (OU), England
  • Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz (ULD), Deutschland

Beiratgruppe

  • Dr. Bruno Baeriswyl, Datenschutzbeauftragter des Kantons Zürich TA-SWISS-Leitungsausschuss.
  • Dr. Sami Coll, Institut für Soziologie, Universität Genf.
  • Dr. Francisco Klauser, Geografie Institut, Universität Neuenburg.
  • Prof. Katharina Prelicz-Huber, Präsidentin Vpod, TA-SWISS- Leitungsausschuss, Zürich.
  • Philipp Stüssi, Eidgenössischer Datenschutzbeauftragter, Bern.

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Links  

EU-Projekt SurPRISE

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Project
Short Title: SurPRISE
Long Title: Surveillance, Privacy and Security: A large scale participatory assessment of criteria and factors determining acceptability and acceptance of security technologies in Europe
Short Description: The SurPRISE project is concerned with the tensions which might exist between the duty of governments to guarantee territorial and personal security, on the one hand, and people’s right to have their privacy respected on the other. The project asks whether citizens are prepared to accept a trade-off between security and privacy, or whether there are other factors involved in their estimation of surveillance technologies. Consultations with citizens will be organised in a number of European countries and the results thus obtained will enable guiding principles and recommendations to be drawn up for solutions and security policies that are compatible with the right of individuals to privacy. The project involves eleven European partners and is financed by the European Union.
Start: 2012
End: 2015
Partner Institutes: OeAW ITA
Scope Countries: Austria, Denmark, Germany, Italian, Spain, Switzerland, United Kingdom, Ungary, Norway
Contact Person: Bütschi, Danielle
Home Page URL: http://www.ta-swiss.ch/en/projects/international-projects/surprise
Focus: International projects
Project Leader:
Other Members:

Das Projekt in Kürze

Zwischen der Pflicht der Regierungen, auf ihrem Staatsgebiet und für ihre Einwohner die Sicherheit zu gewährleisten, und dem Recht des Einzelnen auf Schutz der Privatsphäre besteht ein Spannungsfeld. Dieses will das Projekt SurPRISE untersuchen. Es hinterfragt, ob Bürgerinnen und Bürger einen Trade-off zwischen Sicherheit und Privatsphäre akzeptieren oder ob weitere Faktoren die Einschätzung der Überwachungstechnologien beeinflussen. In verschiedenen europäischen Ländern werden zu diesem Zweck Bürgerbefragungen durchgeführt. Die Ergebnisse werden es ermöglichen, Richtlinien und Empfehlungen für Sicherheitslösungen und sicherheitspolitische Massnahmen zu erstellen, die mit dem Recht des Einzelnen auf Schutz seiner Privatsphäre vereinbar sind. Am Projekt beteiligt sind elf europäische Partner, finanziert wird es durch die Europäische Union.

Projekt: 02. 2012-01.2015

Publikationen: Berichte, Arbeitsdokumente

Projektverantwortliche: 
Dr. Sergio Bellucci , Dr. Danielle Bütschi, Dilini-Sylvie Jeanneret

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