Studie «Flexible neue Arbeitswelt»

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Flexible neue Arbeitswelt. Eine Bestandsaufnahme auf gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Ebene.


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Einführung

Worum geht es?

Die Arbeitswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch – weltweit wie auch in der Schweiz. Sich stetig entwickelnde Kommunikations- und Informationstechnologien, immer leistungsfähigere Verkehrssysteme, eine zunehmend flexible Arbeitsorganisation und die gesellschaftliche Entfaltung der «Multioptionsgesellschaft» führen dazu, dass die klassische Büroarbeit durch andere Formen wie etwa Home Office oder Mobile Office ergänzt wird. Vor diesem Hintergrund beleuchtet die Studie den Stellenwert der bezahlten und der unbezahlten Arbeit, die Ausprägungen neuer Arbeitsformen inkl. deren rechtlicher Bestimmungen und volkswirtschaftliche Auswirkungen mobil-flexibler Arbeitsformen. Das übergeordnete Ziel ist, anhand einer detaillierten Analyse das Risiko- und Chancenpotenzial dieser aktuellen Entwicklungen darzustellen. Eine Gesamtbeurteilung mit abgeleiteten Empfehlungen soll erfolgen, sodass Entscheidungstragenden eine wissenschaftlich fundierte Dokumentation zum Thema flexible neue Arbeitswelt zur Verfügung steht.

Chancen und Risiken – erste Einschätzungen

Auf der einen Seite können flexibilisierte Arbeitsformen dazu beitragen, Personen ins Arbeitsleben zu integrieren, die sonst schwerer Zugang finden – etwa aufgrund geographischer Voraussetzungen (Wohnort in randständigen Regionen/Ländern), oder zeitlichen Gründen (bspw. schwierige Vereinbarkeit familiärer Anliegen und Erwerbstätigkeit). Flexibilisierte Arbeitsformen könnten auch dazu beitragen, Engpässe in der Infrastruktur zu entschärfen, etwa indem nicht mehr alle Erwerbstätige zur gleichen Zeit zum Arbeitsplatz pendeln. Diesen Vorteilen stehen Risiken gegenüber, etwa erhöhter Stress (aufgrund der «Kolonisierung» der Freizeit durch die Arbeit, indem stets alle immer erreichbar sein müssen) und durch ein entstehendes Prekariat von «Clickworkern».

Wieso eine TA-SWISS Studie zu diesem Thema?

Das Thema «Arbeitswelt» betrifft eine grosse Anzahl von Menschen, ist also gesellschaftlich hoch relevant. Auch die Politik hat das Thema aufgegriffen: So reichte Jürgen Gross von der grünliberalen Fraktion am 17. April 2013 ein Postulat zur «Schafffung von Anreizen zur Förderung von Home-Office und Telearbeit in der Bundesverwaltung» ein. Im Mai 2013 beantragte der Bundesrat die Annahme des Postulats.

Zielsetzungen der Studie

Es werden verschiedene typische Merkmale mobiler und flexibler Arbeit herausgearbeitet, und die neuen Arbeitsformen werden anhand dieser Merkmale charakterisiert. Die gegenwärtige und künftige Entwicklung des Stellenwerts von Arbeit sowie Vor- und Nachteile der neuen Arbeitsformen für Beschäftigte sind aufgezeigt. Die gesetzlich relevanten Rahmenbedingungen für mobil-flexible Arbeitsformen sind auf nationaler und internationaler Ebene erfasst, arbeitsrechtlichen Lücken sind ausgeleuchtet. Ausserdem wird ausgeleuchtet, ob und inwiefern die flexibilisierten Arbeitsformen intransparente Finanzflüsse begünstigen.

Vorgehen

Wie wurde vorgegangen?

Aufbauend auf einer Literaturanalyse und umfassenden Datenanalysen werden Ausprägungsformen mobil-flexibilisierter Arbeit ermittelt und mit Fachleuten in einem Workshop erörtert. Im zweiten Schritt wird die rechtliche Dimension mobil-flexibilisierter Arbeit ausgeleuchtet; die ermittelten Spannungsfelder zwischen den neuen Arbeitsformen und den rechtlichen Grundlagen werden in einem zweiten Workshop überprüft und diskutiert. Die volkswirtschaftlichen Folgen flexibilisierter Arbeitsformen werden durch Analysen statistischer Daten ermittelt. Die Potentiale und Realisierungsraten mobili-flexibiliserter Arbeitsformen werden schliesslich in drei Szenarien konkretisiert.

 

Resultate und Downloads

TA 64/2015 (Book)

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Flexible neue Arbeitswelt. Eine Bestandsaufnahme auf gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Ebene. TA-SWISS Studie, Jens O. Meissner, Johann Weichbrodt, Bettina Hübscher, Sheron Baumann, Ute Klotz, Ulrich Pekruhl, Leila Gisin, Alexandra Gisler (eds.), vdf Hochschulverlag AG, 338 Seiten, CHF 48.00 / EUR 46.00 (D)

ISBN: 978-3-7281-3770-8 (Buch) / Download open access: TA 64/2016 (d)

Zusammenfassung 

Résumé

Riassunto

Summary

TA-63A/2016

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Kurzfassung der Studie:

Solo-Selbständigkeit, Arbeitskraftunternehmertum, Crowdworking und Co: Flexibilisierte Arbeit und ihre Folgen.
TA 64A/2016 d

Newsletter 02/2016


Medien

Neue Studie: Die zwei Gesichter der flexiblen Arbeit

NL 2/16 Deutsch (pdf) NL 2/16 Französisch (pdf)

Pressemitteilung

Pressedossier

Pressespiegel

Kontakte

Trägerschaft

  • Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS

Beteiligte Personen

TA-SWISS Projekt-Betreuer

Projekt-Beauftragte

  • Prof. Dr. Jens O. Meissner, Hochschule Luzern
  • Dr. Johann Weichbrodt, Fachhochschule Nordwestschweiz

In Zusammenarbeit mit:

  • Bettina Hübscher, Hochschule Luzern
  • Sheron Baumann, Hochschule Luzern
  • Patrik Senn, Hochschule Luzern
  • Prof. Dr. Hartmut Schulze, Fachhochschule Nordewestschweiz
  • Prof. Ursula Sury, Hochschule Luzern
  • Prof. Ute Klotz, Hochschule Luzern
  • Prof. Dr. Ulrich Pekruhl, Fachhochschule Nordwestwschweiz

Begleitgruppe

  • Prof. Katharina Prelicz-Huber, Präsidentin Vpod, Leitungsausschuss TA-SWISS (Vorsitzende der Begleitgruppe)
  • Prof. Dr. Thomas Beschorner, Universität St. Gallen
  • Heidi Blattmann, Wissenschaftsjournalistin, Leitungsausschuss TA-SWISS
  • Prof. Dr. Gundela Grote, ETH Zürich
  • Dr. Christian Monn, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
  • Christine Villaret-D'Anna, Ergonomin, Viganello
  • Alain Vuille, Bundesamt für Statistik BFS
  • Prof. Dr. Katja Rost, Universität Zürich
  • Dr. Stefan Vannoni, economiesuisse, Leitungsausschuss TA-SWISS
  • Dr. Christoph Zanker, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI

Das Projekt in Kürze

Die Studie fokussiert zum Einen auf die Kluft, die sich zwischen dem bestehenden System zum Schutz der Arbeitnehmenden und der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse immer weiter öffnet. Zum Anderen untersucht sie die volkswirtschaftlichen Folgen intransparent werdender Finanzflüsse zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden.

Die Studie soll aufzeigen, welche Rahmenbedingungen und Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit möglichst viele Menschen in ihrer persönlichen Lebensgestaltung von den Vorteilen flexibilisierter Arbeitsformen profitieren können, ohne dabei an sozialer Absicherung zu verlieren. Ausserdem klärt die Studie, welche Monitoring- und Kontrollsysteme erforderlich sind, damit die bestehenden Systeme sozialer Absicherung und staatlicher Finanzierung durch die flexibilisierten Arbeits- und Entschädigungsformen nicht unterlaufen werden.

Projekt: August 2014 bis Juni 2016

Produkte: Schlussbericht und Kurzfassung

Projektleitung: Prof. Dr. Jens O. Meissner, Hochschule Luzern│ Dr. Johann Weichbrodt, Fachhochschule Nordwestschweiz