Social Freezing

Kinderwunsch auf Eis - Expertenstudie

Social Freezing – auch Eigen-Eizellenspende genannt – ermöglicht Frauen dank der Kryokonservierung von Eizellen, ihren Kinderwunsch auch noch im höheren Alter zu verwirklichen. Damit nehmen eigentlich fruchtbare Frauen medizinisch unterstützte Fortpflanzung in Anspruch, um ihre Schwangerschaft zeitlich nach hinten zu versetzen – weil sie beispielsweise aufgrund ihrer Karriere oder eines fehlenden Partners vorher dazu nicht bereit sind. Hierzu werden ihnen reife Eizellen entnommen und diese daraufhin eingefroren und eingelagert. Bei Bedarf können die Frauen die Eizellen dann Jahre später auftauen und per In-vitro-Fertilisation befruchten lassen. Die neue Technologie verspricht, Frauen vom Zeitdruck der biologischen Uhr zu befreien, wirft aber auch Fragen nach medizinischen Risiken, dem Kindswohl und dem gesellschaftlichen Bestreben nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf.

In der interdisziplinären Studie werden die Chancen und Risiken von Social Freezing abgeschätzt. Dabei wird auch untersucht, wie viele Frauen in der Schweiz Social Freezing in Anspruch nehmen, wie gross das Potenzial dieser Technologie in Zukunft ist und was sich dadurch im Vergleich zu heute verändern würde. Es wird erörtert, welche Punkte eine medizinische Beratung zur Eizellenentnahme und später zur IVF und dem Einsetzen der Embryonen umfassen sollte. Wichtig ist zudem die Analyse der rechtlichen, ethischen, gesellschaftlichen und medizinischen Kriterien, die bei der Befruchtung der Eizellen und beim Einsetzen der Embryonen beachtet werden sollten.

Die Studie nimmt eine Gesamtbeurteilung vor und formuiert Empfehlungen, die an Entscheidungstragende und zwar insbesondere Politikerinnen und Politiker gerichtet sind.

Organisation

Projektdauer:
Juni 2017 bis voraussichtlich November 2018

Projektbeauftragt

Leitung:

  • Prof. Dr. Andreas Balthasar, Interface Politikstudien Forschung Beratung

Projektgruppe:

  • Prof. Dr. Regina E. Aebi-Müller, Professorin für Privatrecht und Privatrechtsvergleichung, Universität Luzern
  • Prof. Dr. Christian Kind, Titularprofessor für Pädiatrie, Universität Zürich
  • Franziska Müller, DAS Evaluation
  • Sarah Fässler, Interface Politikstudien Forschung Beratung

Begleitgruppe:

  • Prof. Dr. Alberto Bondolfi, Universität Genf, Mitglied des Leitungsausschusses von TA-SWISS – Leiter der Begleitgruppe
  • Prof. Dr. med. Bruno Imthurn, Klinik für Reproduktions-Endokrinologie, UniversitätsSpital Zürich
  • Prof. Dr. med. Urs Scherrer, Kardiologe, Inselspital Bern
  • Prof. Dr. med. Giatgen A. Spinas, Universitätsspital Zürich, Mitglied des Leitungsausschusses von TA-SWISS
  • Prof. Dr. Frank Mathwig, Ethiker, Universität Bern
  • Dr. Nadja Eggert, Ethos - Plateforme interdisciplinaire d'éthique de l'Unil, Université de Lausanne
  • Dr. Nolwenn Bühler, Anthropologue, Interface Sciences-Société, Université de Lausanne
  • Dr. Matthias Bürgin, Juristischen Fakultät der Universität Basel & Bundesamt für Gesundheit BAG
  • Prof. Dr. Urs Brügger, Institutsleiter Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie, ZHAW School of Management and Law
  • Dr. Fridolin Marty, Leiter Gesundheitspolitik, economiesuisse
  • Dr. Heidi Simoni, Leitung Marie Meierhofer Institut für das Kind (MMI)
  • Ulrike Baureithel, freie Journalistin mit Schwerpunkt Gesundheits- und Sozialpolitik, Biopolitik und Geschichte

Projektmanagement TA-SWISS:

  • Dr. Christina Tobler,TA-SWISS (E-Mail)

Das Projekt in Kürze

Durch Social Freezing können Frauen ihre fruchtbare Phase verlängern, indem sie ihre Eizellen konservieren lassen. Die Technologie ermöglicht damit Schwangerschaften bis ins fortgeschrittene Alter und erlaubt Frauen, auch nach der Menopause noch biologisch eigene Kinder zu bekommen.

Die TA-SWISS-Studie befasst sich mit den derzeitigen Möglichkeiten, dem Potenzial und möglichen Folgen von Social Freezing.