Nanomaterialien: Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit

Expertenstudie (2011-2013)


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Chancen und Risiken der Nanomaterialien im Bereich Umwelt und Gesundheit

Experten zufolge haben einige der bereits auf dem Markt erhältlichen Produkte positive Auswirkungen auf die Umwelt: Batterien auf der Grundlage von Nanomaterialien sollen weniger Energie und Ressourcen verbrauchen und gleichzeitig effizienter sein; die Verwendung von PET-Flaschen und Nanomaterialien als Ersatz für andere Verpackungen ermöglicht es, Treibhausgasemissionen zu reduzieren (gemäss TA-SWISS-Studie «Nanotechnologie im Bereich der Lebensmittel» aus dem Jahre 2009). Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen aber auch potenzielle Risiken in Verbindung mit Nanomaterialien.

Für gewöhnlich sind Nanomaterialien in Produkte integriert. Werden sie jedoch in die Luft, ins Wasser oder in den Boden freigesetzt, könnten sie sich möglicherweise dort ansammeln und sich z. B. auf die mikrobielle Tätigkeit von Böden negativ auswirken, mit entsprechenden Folgen für die Landwirtschaft oder auch Wachstum und Fortpflanzung von im Wasser lebenden Organismen wie z. B. Algen vermindern. Zudem könnten sich die negativen Auswirkungen der Nanomaterialien auf die Umwelt auf den Menschen übertragen.

Wieso eine TA-SWISS-Studie zu diesem Thema?

Nanoprodukte finden eine immer grössere kommerzielle Verbreitung. Gleichzeitig ist der Regelungsrahmen im Nanobereich nicht sehr eindeutig und verändert sich nur langsam mithilfe vereinzelter Initiativen auf internationaler Ebene. Auf europäischer Ebene ist das Vertrauen der Bevölkerung in die Nanomaterialien bisher noch intakt, doch gewinnt die Frage der Sicherheit immer mehr an Bedeutung, wie auch aus den von TA-SWISS 2006 organisierten Publifocus-Veranstaltungen zum Thema Nanotechnologien hervorging. Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Ethik und Recht sind darüber besorgt, dass Nanomaterialien in der Bevölkerung wachsendes Misstrauen entgegengebracht werden könnte, wie es bei den genetisch veränderten Organismen oder Asbest der Fall war.

Ein aufstrebender, bedeutender Wirtschaftszweig könnte blockiert werden, wenn sich die Fragen zu Chancen und Risiken nicht rechtzeitig klären lassen. Eine interdisziplinäre Untersuchung der möglichen positiven und negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit ist deshalb nicht nur interessant, sondern notwendig, damit den politischen Entscheidungsträgern und der Bevölkerung möglichst breit angelegte und objektive Einschätzungen zur Verfügung stehen.

Weiterführende Links

NanoSafety: Risk Governance of Manufactured Nanoparticles, European Parliament, Science and Technology Options Assessment (STOA)

SNF 64: Chancen und Risiken von Nanomaterialien

Medienmitteilung vom 30. Mai 2013
Nagelneues aus der Zwergenschmiede

Organisation

Trägerschaft

  • Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS
  • Bundesamt für Umwelt BAFU

Projekt-Beauftragte

  • Martin Möller, Institut für Angewandte Ökologie, Öko-Institut e.V., Freiburg, Deutschland (Projektleiter)
  • Rita Groß, Institut für Angewandte Ökologie, Öko-Institut e.V., Freiburg, Deutschland
  • Andreas Hermann, Institut für Angewandte Ökologie, Öko-Institut e.V., Freiburg, Deutschland
  • Dr. Wolfgang Luther, VDI Technologiezentrum GmbH, Düsseldorf, Deutschland
  • Dr. Norbert Malanowski, VDI Technologiezentrum GmbH, Düsseldorf, Deutschland

Begleitgruppe

  • Prof. em. Dr. Peter Gehr, Universität Bern, Institut für Anatomie, Bern (Präsident der Begleitgruppe)
  • Prof. em. Dr. Ueli Aebi, Biozentrum, Universität Basel, TA-SWISS Leitungsausschuss, Basel
  • Livia Bergamin, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Bern
  • Prof. Dr. Thomas Cottier, World Trade Institute, Universität Bern
  • Dr. Ernst Furrer, Bundesamt für Umwelt BAFU, Bern
  • PD Dr. Philipp Hübner, Kantonales Laboratorium Basel-Stadt, Basel
  • Prof. em. Dr. Georg Karlaganis, United Nations Institute for Training and Research UNITAR, Genf
  • Huma Khamis, Fédération Romande des Consommateurs FRC, Lausanne
  • Dr. Katja Knauer, Bundesamt für Landwirtschaft BLW, Bern
  • Dr. Karl Knop, Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW, Zürich
  • Dr. Franziska Meister, Die Wochenzeitung WOZ, Wissenschaftsredaktorin, Zürich
  • PD Dr. Bernd Nowack, Eidg. Materialprüfungs- & Forschungsanstalt EMPA, St.Gallen
  • PD Dr. Michael Riediker, Institut universitaire romand de Santé au Travail IST, Epalinges-Lausanne & IOM Singapore Pte. Ltd., Singapore
  • Prof. Dr. Kristin Schirmer, Eawag: Das Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs, Dübendorf
  • Dr. Kaspar Schmid, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Bern
  • Claudia Som, Eidg. Materialprüfungs- & Forschungsanstalt EMPA, St. Gallen
  • Dr. Christoph Studer, Bundesamt für Gesundheit BAG, Bern
  • Ariane Willemsen, lic. iur., M.A. Philosophy, Eidg. Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich EKAH, Bern 

Projekt-Management TA-SWISS

  • Dr. Emiliano Feresin, TA-SWISS

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