Nutzen und Kosten medizinischer Behandlungen

publifocus (2011-2012)


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In den vergangenen zehn Jahren haben im schweizerischen Gesundheitssystem bedeutende Entwicklungen stattgefunden. Immer mehr Beschäftigte sind im Gesundheitswesen tätig. Die Investitionen in die medizinischen Technologien nehmen kontinuierlich zu und erlauben verbesserte Leistungen und Behandlungen. Doch ohne Evaluation und Rationalisierung gewisser Leistungen besteht die Gefahr, dass die Zusatzkosten, die von den neuen medizinischen Möglichkeiten verursacht werden, das Gesundheitssystem ins Wanken bringen.
Die Akademien der Wissenschaften Schweiz a+ sind sich der Dringlichkeit des Problems bewusst und haben daher das Projekt «Nachhaltiges Gesundheitssystem» lanciert. Es soll in verschiedenen Modulen den Nutzen bzw. Wert medizinischer Leistungen aus verschiedenen Blickwinkeln untersuchen. Die Akademien der Wissenschaften Schweiz a+ sind sich der Dringlichkeit des Problems bewusst und haben daher das Projekt «Nachhaltiges Gesundheitssystem» lanciert. Es soll in verschiedenen Modulen den Nutzen bzw. Wert medizinischer Leistungen aus verschiedenen Blickwinkeln untersuchen.

Warum ein publifocus zum Thema «Nutzen und Kosten medizinischer Behandlung»?
Ein publifocus ist eine partizipative Methode, in der Bürgerinnen und Bürger, welche die Technologien anwenden oder sich berufsbedingt damit befassen, in Diskussionsrunden zusammenkommen. So können die Betroffenen frühzeitig angehört werden. Ziel dieses Vorgehens ist, den Dialog zwischen Bevölkerung, Wissenschaft und Politik zu fördern.

Dieser publifocus bildet eines von drei Modulen des Projekts, das von a+ geleitet wird. Das erste Modul besteht aus einer Studie, welche verschiedene Methoden zur Bewertung medizinischer Leistungen beschreibt und evaluiert. Die Studie «Methoden zur Bestimmung von Nutzen bzw. Wert medizinischer Leistungen und deren Anwendung in der Schweiz und ausgewählten europäischen Ländern» zeigt zudem Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung derartiger Instrumente im schweizerischen Gesundheitssystem. Im zweiten Modul wird die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften Stellung zu diesem heiklen Thema beziehen.

Bis heute haben sich in erster Linie Expertengruppen und Entscheidungsträger mit der schwierigen Frage der Rationalisierung des Gesundheitssystems befasst. Es fehlte jedoch die Stimme der Bürgerinnen und Bürger, obwohl gerade sie von den Reformen hauptsächlich betroffen sein werden. Die Diskussion ist also unbedingt auf breite Kreise der Bevölkerung auszuweiten. Dieser publifocus, drittes und letztes Modul des Projektes, wird somit die Thematik aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger aufnehmen. Wichtigstes Ziel des publifocus ist festzustellen, welches aus Sicht der Bevölkerung Nutzen, Chancen und Risiken der Einführung von Methoden zur Bewertung von Arzneimitteltherapien sind. Gleichzeitig wird dieser publifocus Aufschluss darüber geben, wie solche Methoden in der Bevölkerung akzeptiert werden. Der Einblick in die Einstellung von Bürgerinnen und Bürgern zu diesen heiklen Fragen wird Politikern und Entscheidungsträgern als Diskussionsgrundlage dienen können.

Weiterführende Links

Projekt der SAMW  «Nachhaltige Medizin» 
Themendossier «Gesundheitspolitik»

Die Akademien der Wissenschaften fordern ein nachhaltiges Gesundheitssystem
Medienmitteilung vom 4. Dezember 2012  

Organisation

Trägerschaft

Akademien der Wissenschaften Schweiz SAMW
Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW
Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS

Begleitgruppe

  • Prof. Peter Suter, Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW, Basel (Präsident der Begleitgruppe)
  • Prof. Nikola Biller-Andorno, Universität Zürich
  • Dr. Ignazio Cassis, Nationalrat, Montagnola
  • Prof. Luca Crivelli, Universität der italienischen Schweiz, Lugano
  • Barbara Gassmann, SBK-ASI, Bern
  • Martina Hersperger, FMH, Bern
  • Prof. Valérie Junod, Universität Lausanne
  • Margrit Kessler, SPO Patientenschutz, Zürich
  • Isabelle Moncada, RTS, Genf
  • Prof. Fred Paccaud, Universität Lausanne
  • Prof. Julie Page, ZHAW, Winterthur
  • Dr. Heiner Sandmeier, Interpharma, Basel
  • Prof. Daniel Scheidegger, Universitätsspital Basel
  • Sandra Schneider, Bundesamt für Gesundheit BAG, Bern
  • Prof. Giatgen A. Spinas, Universitätsspital Zürich

Projektmanagement TA-SWISS 

  • Nadia Ben Zbir, TA-SWISS
  • Dilini-Sylvie Jeanneret, TA-SWISS

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