Bern, 22. Februar 2010

Forschung am Menschen bedingt guten Schutz

Forschung am Menschen sei notwendig, doch die Würde müsse gewährleistet sein. Der neue Verfassungsartikel, über den am 7. März abgestimmt wird, nimmt die Forderungen auf, die aus Bürgerdiskussionen resultierten. TA-SWISS hat vor sechs Jahren mit 30 Personen ein PubliForum und mit 60 Jugendlichen ein PubliTalk zum Thema Forschung am Menschen durchgeführt.

Insgesamt, so das Fazit von PubliForum und PubliTalk, steht die Bevölkerung bei guten Schutzmassnahmen Forschungen am Menschen wohlwollend gegenüber. Die Teilnehmenden unterstrichen ihre Position mit präzisierenden Empfehlungen.

Versuchspersonen unabhängig informieren

Personen, die an Forschungsprojekten teilnehmen, müssen vorgängig unabhängig und umfassend informiert werden. Am besten von einer neutralen Stelle. Für die 30 Bürgerinnen und Bürger aus der ganzen Schweiz, die an einer insgesamt 8 Tage dauernden Auseinandersetzung zum Thema Forschung am Menschen teilnahmen, wurde dieses Anliegen sowie der Schutz der an Forschungsprojekten teilnehmenden Personen zum vordringlichsten Anliegen.

Forschung intensivieren und Informationsdefizit beheben

Dem Mangel an biomedizinischem Wissen bei Kindern, bei Schwangeren, bei Behinderten und bei seltenen Krankheiten müsse entgegengewirkt werden. Hier soll die Forschung speziell gefördert werden. Das Wissen aus Forschungsprojekten müsse jedoch zugänglich gemacht werden, indem ein öffentlich zugängliches Register geschaffen würde. Damit könne das festgestellte Informationsdefizit behoben werden.

Auch unmündige Kinder entscheiden lassen

Wenn Kinder beteiligt sind, sollen nicht nur die Eltern das Einverständnis geben müssen. Kinder ab etwa 8 Jahren sollten auch selbst entscheiden können, ob sie an Forschungsstudien teilnehmen wollen. Diese Meinung vertraten Schülerinnen und Schüler zwischen 18 und 23 Jahren, die sich im Rahmen eines PubliTalks einen ganzen Nachmittag mit Forschung am Menschen befassten.

Resultate transparent kommunizieren

Die Mehrheit der am PubliTalk beteiligten Personen verwahrte sich zudem ausdrücklich dagegen, dass «ihr» Material wie zum Beispiel Blut oder Gewebe ohne ihre Einwilligung für andere Forschungszwecke verwendet wird als ursprünglich vorgesehen. Auch wollten sie über die Forschungsresultate, ob positiv oder negativ, informiert werden.

Informationen zum Projekt:
PubliForum Forschung am Menschen
PubliTalk Forschung am Menschen

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PubliForum Forschung am Menschen
PubliTalk Forschung am Menschen