Bern, 20. April 2010

Ein Recht auf Internet

«Das Internet für alle» verlangen Bürgerinnen und Bürger. Ferner sei wichtig: Kinder und Erwachsene müssten lernen, das Internet bewusster zu nutzen, um Missbrauch zu verhindern. Die Forderungen stammen aus einer Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern, die im Rahmen des TA-SWISS-Projekts «Internet der Zukunft» am 18. April durchgeführt wurde. Am Tag vorher beantworteten Experten im Rahmen der Konferenz «Herausforderung Internet, heute und morgen» Fragen zum Internet.

«Wie vielschichtig die Entwicklung des Internets ist, habe ich erst im Laufe dieser zwei Tage realisiert», meinte eine Teilnehmerin. Ähnlich erlebten es 30 Bürgerinnen und Bürger aus drei Sprachregionen der Schweiz, die sich intensiv mit den Herausforderungen des Internets auseinandersetzten. Sie formulierten Forderungen an Politik, Behörden, Wirtschaft und Gesellschaft.

Internet als Dienstleistung des Staates

Internet ist allgegenwärtig. Deshalb fordern Bürgerinnen und Bürger, dass der Zugang zum Internet allen Einwohnerinnen und Einwohnern in der Schweiz günstig oder gratis zur Verfügung stehen soll. Internet soll ein «service public» des Bundes werden. Äusserst wichtig sei zudem, dass Nutzerinnen und Nutzer des Internets bewusst und eigenverantwortlich handeln. Denn aus den Erläuterungen der Experten ging deutlich hervor, dass Sicherheit und Schutz im weltweiten Netz nur teilweise garantiert werden kann.

Sicher surfen – so selbstverständlich wie Zähneputzen

Besonders in Schulen müsse eine Sensibilisierung stattfinden, indem präventiv Risiken des Internets sowie gesellschaftliche und gesundheitliche Themen im Zusammenhang mit der Nutzung des Internets thematisiert werden. Die Bürgerinnen und Bürger sind der Ansicht, dass nicht nur Lehrpersonen, sondern auch Spezialisten als «Internetbeauftragte» diese Aufgabe übernehmen sollen. Nicht nur das Zähneputzen, sondern auch der Umgang mit dem Internet solle in der Schule geübt werden. Zudem wurde betont, dass Themen wie Eigenverantwortung, Sicherheit, Datenschutz, Gesundheit und Ethik auch Erwachsenen vermittelt werden müsse. Dass das Internet neue Möglichkeiten eröffnet, zeigt auch die Empfehlung, das Internet innerhalb des demokratischen Prozesses vermehrt einzusetzen.

Missbrauch entgegenwirken

Das Internet bietet Raum für Missbrauch und Kriminalität. Daher empfehlen Bürgerinnen und Bürger, dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten die Kompetenzen zu übertragen, die Opfer von Internetkriminalität in rechtlichen Belangen zu unterstützen. Denn: «Wird mir etwas gestohlen, wende ich mich an die Polizei. Hingegen weiss ich nicht, an wen ich mich wenden müsste, wenn ich Opfer eines Internet-Verbrechens würde», argumentiert eine Diskussionsteilnehmerin.

Publikationen

Infobroschüre: Herausforderung Internet. Eine Auslegeordnung mit wichtigen Themen und Fragen. TA-SWISS (Hrsg.), Bern 2009.

Bericht: Weiter knüpfen am Netz der Netze. Was Fachleute zum Internet der Zukunft sagen. TA-SWISS (Hrsg.), Bern 2009.

Zusammenfassung des Berichts. TA-SWISS (Hrsg.), Bern 2009.

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Informationen zum Projekt

Infobroschüre: Herausforderung Internet. Eine Auslegeordnung mit wichtigen Themen und Fragen (2009)

Bericht: Weiter knüpfen am Netz der Netze. Was Fachleute zum Internet der Zukunft sagen (2009)

Zusammenfassung des Berichts