Bern, 13. Oktober 2010 
 

Überrollt von der rasanten Entwicklung des Internets

Nützlich bis bedrohlich wird Internet wahrgenommen. Ein neuer Bericht des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS gibt über Erfahrungen und Gefühle von rund 30 Bürgerinnen und Bürgern Aufschluss. Die Forderungen aus der Bürgerdiskussion «Das Internet und ich» und mögliche Massnahmen werden am 5. November mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft im Kursaal Bern debattiert.

Das unersättliche Mitmach-Web könnte sich in mancher Hinsicht negativ auf den Einzelnen und die Gesellschaft auswirken, sagen Stimmen aus der von TA-SWISS im April 2010 durchgeführten Bürgerdiskussion. Und zwar erscheint ihnen in diesen Zusammenhang besonders die Datensicherheit und der Schutz der Persönlichkeitsrechte problematisch. Dies umso mehr, als dass sie den Eindruck haben, hier von einer rasanten und zu einem guten Teil durch wirtschaftliche Interessen gesteuerten Entwicklung überrollt zu werden.

Politik und Wirtschaft müssen Handeln  
Bürgerinnen und Bürger, die an den Diskussionen teilgenommen haben, wollen die Vorteile des Internets nutzen und die negativen Auswirkungen verhindern. Sie empfehlen folgende Massnahmen:   

  •  Im Namen der Chancengleichheit sollte allen Personen in der Schweiz ein leistungsfähiger Internetanschluss zur Verfügung  stehen. 
  •  Es sollte Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene geben, damit in unserem Land alle verantwortungsvoll mit Internet arbeiten könne.
  • Opfern von Internetkriminalität oder Datenmissbrauch soll geholfen werden.
  •  Internet müsste intensiver für demokratische Zwecke genutzt werden, konkret für die Meinungsbildung und die staatsbürgerliche Partizipation.

Weitere Forderungen stehen im neuen Bericht «Dialog Internet und ich» des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung. Er schildert detailliert Meinungen und Forderungen der rund 30 Bürgerinnen und Bürger aus der deutschen, französischen und italienischen Schweiz. 

Datenschützer, Politiker und «Piraten» diskutieren Lösungen  
Am 5. November debattiert der Vizepräsident der Piratenpartei Pascal Gloor mit dem Verwaltungsratspräsident von Orange, Andreas Wetter über die Forderung nach einen freien Zugang zum Internet. Auf die internetbedingten Veränderungen im Bildungssystem reagiert u.a. Nationalrätin Barbara Schmid-Federer. Nationalrat Hans-Jürg Fehr setzt sich mit Fragen zum Datenschutz auseinander. Weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung diskutieren mit. Sie reagieren damit auf die Forderungen von Bürgerinnen und Bürgern und diskutieren mögliche Lösungen.  

Programm Podiumsdiskussion
Für ein frei zugängliches und sicheres Internet: Wie auf Forderungen von Bürgerinnen und Bürger antworten. Freitag 5. Nov. 13.30-17.00 Uhr, Kursaal Bern 

Zum Projekt Internet der Zukunft
Die Diskussionen sind Teil des Projekts «Internet der Zukunft», das sich mit den gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen des Internets befasst. Vier Module beleuchten das Internet aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Im ersten Modul wurde das Thema «Herausforderung Internet» aufgerollt und Denkanstösse formuliert. Im zweiten Modul wurden Ansichten von Experten zur Entwicklung des Internets eingeholt und in einem Bericht wiedergegeben. Im dritten Modul hörten sich gut 30 Bürgerinnen und Bürger aus der ganzen Schweiz an der Konferenz «Herausforderung Internet, heute und morgen», vom 17. April in Bern Expertenmeinungen zu den von Ihnen vorgängig formulierten Fragen an. Am 18. April diskutierten die Bürgerinnen und Bürger untereinander und formulierten Forderungen an Entscheidungstragende. In einem vierten Modul werden ausgewählte Fragen mit Schülern im Alter von 16-18 Jahren diskutiert und mit den Ergebnissen aus der Bürgerdiskussion verglichen. Die Ergebnisse erscheinen ebenfalls in Form eines Berichts.

Publikationen

Bericht: Dialog Internet und ich. Bürgerinnen und Bürger stellen Fragen und formulieren Forderungen zum Internet. TA-SWISS (Hrsg. ), Bern 2010.

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Medienmitteilung pdf

Informationen zum Projekt

BerichtDialog Internet und ich. Bürgerinnen und Bürger stellen Fragen und formulieren Forderungen zum Internet (2010)