Kultur und Digitalisierung

Ausschreibung einer Studie zur Technologiefolgen-Abschätzung

Young Woman Wearing VR in Museum of Modern Art

Die Kultur mit ihren vielfältigen Ausprägungen ist ein wichtiger Bestandteil der Identität unseres Landes. Sie entwickelt sich ständig weiter. Ihr Wandel ist neben vielen anderen Einflüssen auch wesentlich geprägt von der Digitalisierung. Das Kulturschaffen, dessen Rezeption und Verbreitung, die Archivierung der Werke und auch der Status der Kunstschaffenden sind davon betroffen. Die dadurch entstehenden Chancen und Risiken führen zu zahlreichen Fragen.

TA-SWISS schreibt eine Studie aus, um mögliche Antworten zu geben. Projektskizzen können bis am 20. Februar 2022 eingereicht werden. TA-SWISS nimmt sowohl (kleine) Teilprojekte, die nur Teilaspekte des Themas aufgreifen, entgegen als auch Projektvorschläge, die das Thema als Ganzes abdecken. TA-SWISS ermutigt ausdrücklich dazu, unterschiedliche und auch unkonventionelle Projektformen und -methoden, also Vorschläge für klassische wissenschaftliche TA-Expertenstudien, aber auch für partizipative Workshops, Vortragsreihen, künstlerische und kulturelle Beiträge, einzureichen.

Inhalt der Studie

Mit der interdisziplinären Studie sollen die Chancen und Risiken der Auswirkungen der Digitalisierung auf die Kultur und auf unsere gesellschaftliche Entwicklung abgeschätzt werden. Sie will versuchen, technische, rechtliche, gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche, ökologische und ethische Fragen zu beantworten. Wegen dieser Vielfältigkeit kann sie auch aus mehreren Teilprojekten bestehen.

Die Studie soll eine Bestandsaufnahme der digitalen Auswirkungen auf das künstlerische Schaffen und die Rezeption der Kultur vorlegen. Sie soll den gegenseitigen Einfluss dieser beiden Bereiche prüfen und zudem die Entwicklung der Beziehungen zwischen Kulturschaffenden und Publikum untersuchen.

Es ist die Entwicklung der traditionellen und digitalen Verbreitungskanäle zu analysieren und abzuklären, wie letztere die kulturelle Vielfalt beeinflussen. Schliesslich ist zu untersuchen, wie sich die kulturellen Vereine und ihre Rollen mit der Digitalisierung entwickeln.

In rechtlicher Hinsicht soll die Studie das Entschädigungssystem, den Schutz der Urheberrechte und die Stellung der Kunstschaffenden im Sozialsystems sowie allfällige Veränderungen durch die Digitalisierung aufzeigen. Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Fragestellungen des Kulturbereichs wird die Studie die Folgen der Inanspruchnahme von digitalen Hilfsmitteln (z. B. NFT) auf die Entwicklung des Kunstmarkts sowie die Rolle der Gemeinschaften, die die Kunstschaffenden unterstützen, analysieren.

Sie soll zudem Fragen der Archivierung des Kulturerbes ermitteln. Welches Schaffen wird davon erfasst, wie soll die Archivierung langfristig organisiert und koordiniert werden? Im Zusammenhang mit der Freigabe von Sammlungen stellen sich auch ethische Fragen und solche des Urheberrechts.

Abschliessend nimmt die Studie eine Gesamtbeurteilung mit einer Schlussfolgerung und wenn möglich mit Handlungsempfehlungen vor, die sich an Entscheidungstragende, insbesondere an Politikerinnen und Politiker richten.

Ablauf

Einreichen von Projektskizzen

Die Ausschreibung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren. In einem ersten Schritt sollen Pro­jektskizzen eingereicht werden, die das geplante Vorgehen umschreiben und max. 4 Seiten umfassen:

  • Einleitung (max. 1 Seite)
  • Fragestellungen, geplantes Vorgehen und Forschungsmethoden (max. 2 Seiten)
  • Geplante Zusammensetzung des Forschungsteams (max. 1 Seite)

Die Projektskizzen sind bis spätestens am 20. Februar 2022 auf elektronischem Weg einzureichen (als pdf-Datei) an info@ta-swiss.ch.

Der Entscheid, welche Projektteams für eine weitere Bearbeitung eingeladen werden, wird voraussichtlich im März 2022 fallen.

Einreichen einer ausführlichen Offerte

Aufgrund der eingereichten Projektskizzen werden in einem zweiten Schritt ca. drei Teams für eine weitere Bearbeitung eingeladen. Die ausgewählten Forschungsgruppen erhalten im März Rückmeldungen zu ihren Eingaben und werden eingeladen, bis Mitte Mai 2022, eine ausführliche Offerte einzureichen. Das genaue Datum wird im März bekannt gegeben. In dieser zweiten Phase sind die «Richtlinien für die Eingabe von Projektofferten» gemäss Punkt vier (Seiten 14-15) der detaillierten Ausschreibungs-Unterlagen zu berücksichtigen.

Links und Downloads