Inter- und Hyperkonnektivität

Studienausschreibung

digital tablet and smartphone family

Ausschreibungsfrist verlängert bis 2. November 2020.

Die Begriffe «Interkonnektivität» und «Hyperkonnektivität» stehen für zwei Phänomene, die eng miteinander verknüpft sind und die uns stark beeinflussen. Sie wirken sich auf unsere Sicherheit, unsere Gesundheit, auf die Art und Weise, wie wir konsumieren, auf unsere Beziehungen zu anderen Menschen und auf die Umwelt aus.

Spricht man von «Interkonnektivität», bezieht man sich vornehmlich auf vernetzte Geräte, etwa für die Heimautomatisierung. Aber auch Smartphones und weitere Objekte, die über einen Internetzugang verfügen, zählen dazu. Der Begriff «Hyperkonnektivität» verweist auf eine allgegenwärtige Vernetzung; die sie erzeugende Digitalisierung schafft neue wirtschaftliche, ökologische und soziale Zusammenhänge. Allerdings hat diese neue Komplexität der Systeme auch Nachteile, so zum Beispiel hinsichtlich der Transparenz: Die Nutzerinnen und Nutzer bleiben oft im Ungewissen über die Funktionsweise dieser Systeme.

Welche Möglichkeiten bieten Inter- und Hyperkonnektivität für die Schweiz? Wie können sie gefördert werden? Wo ist Vorsicht angebracht? Welche Auswirkungen sind auf ökonomischer und ökologischer Ebene zu erwarten, und welche Chancen eröffnen sich für Wirtschaft und Umwelt?

Diese interdisziplinäre TA-Studie untersucht Chancen und Risiken der Inter- und Hyperkonnektivität aus sozialer, rechtlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Sicht.

Inhalt der Studie

Aufgrund der Komplexität und des Umfangs der beiden Begriffe «Inter-» und «Hyperkonnektivität» soll die Studie diese klar definieren und eingrenzen. Aufgezeigt werden soll, welche Endgeräte einbezogen und welche Zielgruppen und Akteure untersucht werden; dabei ist zwischen verschiedenen betroffenen Parteien und Sektoren zu unterscheiden (Infrastruktur, Medien und Inhalte).

Zu klären sind rechtliche Fragen in Zusammenhang mit Datenschutz und aktiver oder passiver Datenübermittlung; dazu gehört auch die Datenübertragung vom Menschen zur Maschine oder von Maschine zu Maschine. Zu prüfen ist auch der geeignete Rechtsrahmen, den es braucht, um die Vorteile dieser Technologien nutzen zu können. Auch gilt es, Chancen und Risiken der Transparenz im Hinblick auf Inter- und Hyperkonnektivität zu untersuchen.

Gesellschaftliche Einflüsse und soziale Phänomene rund um die Inter- und Hyperkonnektivität müssen im Zentrum der Studie stehen. Psychologische und gesundheitliche Folgen – sei es zu Hause, am Arbeitsplatz oder in der Ausbildung – sollen analysiert werden. Zudem gilt es Veränderungen der sozialen Beziehungen zwischen Menschen sowie die Mensch-Maschine-Beziehungen auszuleuchten.

Die Mobilfunktechnologie 5G soll nur bezüglich der folgenden zwei Punkte Berücksichtigung finden: der Geschwindigkeit und der Dienste, die sie bietet, sowie der Anforderungen an die Geräte, die sie stellt. Im Hinblick auf die Geschwindigkeit, mit der sich die Technologie der Inter- und Hyperkonnektivität entwickelt, soll die Studie auch untersuchen, ob und wie die Nutzerinnen und Nutzer in der Lage sind, sich den neuen Möglichkeiten anzupassen – und inwieweit es überhaupt wünschenswert ist, dass sie sich ihnen anpassen. Dazu ist eine Analyse der rechtlichen, bildungsbezogenen, sozialen und kommerziellen Interessen angezeigt.

Aus wirtschaftlicher und politischer Sicht sollte sich die Studie mit dem Thema der Algorithmen befassen – Algorithmen, die entwickelt wurden, um die Aufmerksamkeit der Menschen zu wecken, zu binden („Addiction by Design“) oder zu steuern. Die internationale wirtschaftliche Konkurrenz ist in einem schweizerischen Kontext zu beurteilen unter Berücksichtigung der Chancen und Risiken für die Umwelt.

Abschliessend hat die Studie eine allgemeine Bewertung vorzunehmen und Schlussfolgerungen zu ziehen. Wenn möglich sind daraus (Handlungs-)Empfehlungen an Entscheidungsträger namentlich aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft abzuleiten.

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