Studie «Human Enhancement»

Einführung | Hintergrund | Resultate / Downloads | Veranstaltungen | Kontakte | Links

Cover_Human_Enhancement_Klein_2.jpg

Human Enhancement. Studie des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung, Anne Eckhardt, Andreas Bachmann, Michèle Marti, Bernhard Rütsche, Harry Telser , Zürich, vdf, 300 S., CHF 39.--/ EUR 32.--, ISBN 978-3-7281-3396-0 (Buch) / Download open access ISBN 978-3-7281-3404-2 / DOI 10.3218/3404-2. 
vdf Hochschulverlag AG

Einführung

Was ist Human Enhancement?
Der Mensch strebt seit Urzeiten danach, seine Möglichkeiten zu erweitern und seine Leistungsfähigkeit zu steigern. Mittel dazu reichen von den ersten Werkzeugen bis zur Computertechnik, von der Erfindung des Buchdrucks bis zum drahtlosen Internet. Neueren Datums sind Interventionen, die direkt auf die körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit einwirken sollen. Dabei handelt es sich oft um Anwendungen, die ursprünglich zu therapeutischen Zwecken entwickelt wurden. So gibt es Medikamente, welche hilfreich sind für «hyperaktive» Kinder, die sich nur schwer auf bestimmte Aufgaben konzentrieren können. Durch die Therapie verbessert sich ihre Aufmerksamkeit zum Beispiel beim Lernen in der Schule. Vermehrt wird in letzter Zeit darüber berichtet, dass auch gesunde Personen solche Wirkstoffe zu sich nehmen in der Hoffnung auf einen besseren Lernerfolg im Studium oder auf eine gesteigerte Leistungsfähigkeit im Berufsleben.

Chancen und Risiken des Human Enhancements
Solange es darum geht, Krankheiten zu heilen oder die Gesundheit zu erhalten, sind entsprechende Massnahmen im Sinne einer Therapie oder als Prävention akzeptiert. Die Medikamente, die dazu verwendet werden, sind in ihrer Wirksamkeit erprobt. Anders sieht es aus, wenn Medikamente oder andere Wirkstoffe dazu eingesetzt werden, um die Leistungsfähigkeit von gesunden Menschen zu steigern: Dies ist umstritten. Zwar bestehen grosse Erwartungen im Hinblick auf künftige Anwendungen. Doch gibt es zurzeit noch kaum verlässliche Angaben dazu, inwiefern Human Enhancement durch Medikamente oder andere Substanzen bei gesunden Menschen überhaupt wirkt. Zudem besteht die Gefahr von Nebenwirkungen und ein gewisses Suchtpotenzial bei der unkontrollierten Einnahme von solchen Substanzen.

Wieso eine TA-SWISS Studie zu diesem Thema?
Das Interesse am Human Enhancement ist gross, wie die Präsenz des Themas in den Medien und die Nachfrage nach entsprechenden Produkten zeigt. Doch deren Wirksamkeit ist bisher bei gesunden Menschen nur in experimentellen, oft extremen Situationen nachgewiesen worden. Auf Grund des aktuellen Stands der Forschung soll abgeschätzt werden, ob es schon heute Anwendungen gibt, die auch im Alltag einen Nutzen haben, welche Risiken damit verbunden sind und was in diesem Zusammenhang für die Zukunft erwartet werden kann.

Zielsetzungen der Studie
In der interdisziplinären Studie sollen Chancen und Risiken des Human Enhancement für die Bereiche Schule, Arbeitswelt und Freizeit abgeschätzt werden. Dabei sollen vor allem folgende Leitfragen beantwortet werden:

  • Wie verbreitet ist Human Enhancement heute – international und in der Schweiz?
  • Welche Perspektiven zeichnen sich für die künftige technische Entwicklung von biomedizinischem Enhancement ab?
  • Welche wichtigen Akteure existieren im Bereich des Human Enhancement, und welche Motive verfolgen sie?
  • In welchem rechtlichen Rahmen bewegt sich Human Enhancement?
  • Welche zentralen ethischen Fragen stellen sich mit Human Enhancement?
  • Welche wirtschaftlichen Interessen und Konsequenzen verbinden sich mit Human Enhancement?
  • Welche gesellschaftlichen Entwicklungen fördern bzw. hemmen die Realisierung von Human Enhancement?
  • Welche Gestaltungsmöglichkeiten bestehen im Hinblick auf die künftige Entwicklung von Human Enhancement?


Dabei werden drei inhaltliche Schwerpunkte gesetzt:

  • Die für die Schweiz spezifischen Aspekte – insbesondere in den Bereichen Recht und Wirtschaft – werden näher untersucht und dargestellt.
  • Die gesellschaftlichen Folgen des Human Enhancement werden anhand zweier Fallbeispiele und konkreter Szenarien veranschaulicht und genauer analysiert.
  • Eine Übersicht der wichtigsten bisherigen Erkenntnisse und Argumente soll Entscheidungsträgern als Grundlage dienen und Interessierten einen fundierten Einblick in das Thema Human Enhancement vermitteln.

[TOP]

Vorgehen

Methode
Zur Beantwortung der Leitfragen wird die wissenschaftliche Literatur ausgewertet. Ferner werden zusätzliche Quellen, z.B. Innovationsanalysen von Banken und Unternehmensberatungen sowie statistische Daten berücksichtigt. Um herauszuarbeiten, wo sich in den kommenden Jahren Innovationen zu Human Enhancement abzeichnen könnten, wird auch ein Blick auf die Forschungslandschaft in der Schweiz geworfen. Zur Klärung der noch verbliebenen offenen Punkte werden Interviews mit Expertinnen und Experten durchgeführt.

Um das Thema Human Enhancement zu konkretisieren, werden zwei Fallbeispiele ausgearbeitet. Dazu sollen die Bereiche Neuroenhancement und Optimierung der kindlichen Entwicklung näher untersucht werden. Zu jedem Bereich wird ein anschauliches Szenario entwickelt. Die Ausarbeitung der Fallbeispiele und der Szenarien stützt sich auf eine Literaturrecherche. Das Projektteam nimmt eine Analyse der potenziellen gesellschaftlichen Auswirkungen vor.

Zeitplan
Projektbeginn: Dezember 2009 | Abschluss: Frühjahr 2011

[TOP]

Resultate und Downloads

Newsletter
Human Enhancement 04/2009
Human Enhancement - eine gesellschaftliche Gratwanderung 04/2011

Ergebnisse der Studie
Zusammenfassung

Empfehlungen
Schlussfolgerungen und Empfehlungen an die Politik

Medieninformation
Dopen wird alltäglich
In der Schweiz werden immer mehr leistungssteigernde Mittel konsumiert. Die Politik wird angesichts dieser Entwicklung kaum darum herum kommen, sich damit zu befassen. Medienmitteilung

Kurzfassung
Zugeschnitten auf mehr Leistung - Mit Human Enhancement den Mensch verbessern
Kurzfassung der Studie von TA-SWISS «Human Enhancement»

Studie
Human Enhancement

Faktenblatt aus dem Workshop vom 2. November 2011
Human Enhancement: Aus Altbekanntem auf Neues schliessen.

[TOP]

Veranstaltungen

Workshop zum Thema «Human Enhancement – die ganz alltägliche Optimierung»
2. November 2011, 13.15 - 17.30 Uhr, Kursaal Bern
Mehr Informationen...

[TOP]

Kontakte

Trägerschaft

  • Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS
  • Bundesamt für Gesundheit BAG
  • Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin NEK
  • Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW
  • Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW

Beteiligte Personen

TA-SWISS Projekt-Betreuer

  • Dr. Adrian Rüegsegger, TA-SWISS, E-Mail

Projekt-Beauftragte

  • Dr. Anne Eckhardt, risicare GmbH, Zürich (Projektleiterin)
  • Michèle Marti, risicare GmbH, Zürich
  • Dr. Juliane Neuss Münzel, risicare GmbH, Zürich

Begleitgruppe

  • Prof. Dr. Oreste Ghisalba, Ghisalba Life Sciences GmbH, Reinach; TA-SWISS Leitungsausschuss (Vorsitzender der Begleitgruppe)
  • Prof. Dr. Nikola Biller-Andorno, Institut für Biomedizinische Ethik, Universität Zürich
  • Nadja Birbaumer, Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW, Bern
  • Dr. Martin Büechi, Leiter Sektion Grundlagen, Bundesamt für Gesundheit BAG, Bern
  • Rita Bürgi, Swiss Olympic Association, Ittigen
  • Prof. Dr. Jacques Diezi, Pharmacologie et toxicologie, Université de Lausanne
  • Prof. Dr. Sabine Maasen, Leiterin Programm für Wissenschaftsforschung, Universität Basel; TA-SWISS Leitungsausschuss
  • Dr. Beat Ochnser, Generaldirektor Sympany Gruppe, Basel
  • Prof. Dr. Francesco Panese, Instititut des sciences sociales, Université de Lausanne
  • Michelle Salathé, Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW, Basel
  • Jean-Félix Savary, Groupement romand d’étude des addictions GREA, Yverdon-les-Bains
  • Dr. Dominik Schwarb, Abteilung Arbeitsmedizin, Suva, Luzern
  • Prof. Dr. Giatgen Spinas, Direktor Klinik für Endokrinologie und Diabetologie, Universitätsspital Zürich; TA-SWISS Leitungsausschuss
  • Dr. Jean-Daniel Strub, Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin NEK, Bern

[TOP]

Links

Weiterführende Links 

Thorsten Galert: Das optimierte Gehirn
Technologiefolgenabschätzung – Theorie und Praxis, Vol. 19, Nr. 1, April 2010, S. 67-70
http://www.itas.fzk.de/tatup/101/gale10a.pdf

Wolfgang van den Daele: Auf eigene Rechnung: Gegen Neuro-Enhancement lässt sich schwer argumentieren
WZB Mitteilungen, Nr. 127, März 2010, S. 9-11
http://www.wzb.eu/publikation/pdf/wm127/9-11.pdf

Katrin Gerlinger: Gendoping – Fiktion oder Realität?
TAB-Brief Nr. 36, Dezember 2009, S. 16-17
http://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/tab-brief/TAB-Brief-036.pdf 

Arnold Sauter: Pharmazeutisches Gehirntuning
Technologiefolgenabschätzung – Theorie und Praxis, Vol. 18, Nr. 3, Dezember 2009, S. 97-99
http://www.itas.fzk.de/tatup/093/saut09b.pdf

Steffen Rosahl: Mehr als normal – verstehen wir die Enhancement-Debatte?
Technologiefolgenabschätzung – Theorie und Praxis, Vol. 18, Nr. 2, September 2009, S. 13-20
http://www.itas.fzk.de/tatup/092/rosa09a.pdf  

Arnold Sauter: Leistungsfähiger durch Medikamente?
TAB-Brief Nr. 35, Juni 2009; S. 28-31
http://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/tab-brief/TAB-Brief-035.pdf

Armin Grunwald: What Does Enhancement Mean Here?
Akademie-Brief No 88 – Newsletter der Europäischen Akademie, April 2009, S. 1-3
http://www.ea-aw.org/fileadmin/downloads/Newsletter/NL_88_042009.pdf

[TOP]

Project
Short Title: Human Enhancement
Long Title: Human Enhancement
Short Description: It is not clear whether drugs can help to improve the performance of healthy human beings. Nevertheless, drugs are already being used for this purpose. For example, by students who are preparing for an examination and hope that it will improve their concentration. The study illustrates and examines the current possibilities of “everyday drug taking”.
Start: 2009
End: 2011
Partner Institutes:
Scope Countries:
Contact Person: Rüegsegger, Adrian
Home Page URL: http://www.ta-swiss.ch/en/human-enhancement
Focus:
Project Leader: TA-SWISS
Other Members:

Das Projekt in Kürze

Ob sich durch Medikamente die Leistung von gesunden Menschen steigern lässt, ist nicht klar. Aber dennoch werden Medikamente bereits in diesem Sinne verwendet. Beispielsweise von Studierenden, die sich auf eine Prüfung vorbereiten und erhoffen, sich besser konzentrieren zu können. In der Studie werden die derzeitigen Möglichkeiten von «Doping im Alltag» aufgezeigt und hinterfragt.

Projekt: Dezember 2009 - Mitte 2011

Produkte: Studie (englisch) und Kurzfassung (deutsch, französisch, englisch)

Projektleitung: Dr. Anne Eckhardt, risicare GmbH, Zürich

Human_Enhancement.jpg