Functional Food 

Expertenstudie (1999-2000)


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Chancen und Risiken von Functional Food
Eine gesundheitsfördernde bzw. gesundheitserhaltende Wirkung von Functional Food könnte für viele Konsumentinnen und Konsumenten nützlich sein. Allerdings werden Wirksamkeit, Sicherheit und Notwendigkeit von Functional Food kontrovers beurteilt; zudem besteht Regelungsbedarf insbeson­dere hinsichtlich der Werbemöglichkeiten (Erwähnung medizinischer Argumente) für solche Lebensmittel.

Wieso eine TA-SWISS-Studie «Functional Food»?
Über den Nutzen von Functional Food für die breite Bevölkerung bzw. für bestimmte Gruppen von Konsumentinnen und Konsumenten (z.B. alte Men­schen) besteht Unklarheit. Die Wirksamkeit von Functional Food ist schwer zu beweisen, da die entsprechenden Produkte immer nur einen kleinen Anteil der Lebensmittel ausmachen, die jemand konsumiert. Trotzdem sind verläss­liche Erkenntnisse gefragt, denn die Werbung mit Gesundheits-Argumenten für Functional Food sollte sich nur auf nachweisbare Fakten abstützen.

Ergebnisse der Studie

Eine ausgewogene Ernährung ist nach wie vor die beste Lösung für die För­derung der Gesundheit. Daneben können Functional Food Produkte bei gezielter Verwendung durchaus als sinnvolle Ergänzung eingesetzt werden. So könnten Lebensmittel, denen nützliche Wirkstoffe zugesetzt (oder schädliche entzogen) werden, einer Reihe von Erkrankungen vorbeugen. Allerdings wurde bisher fast nur bei isolierten Nahrungsbestandteilen gezeigt, dass sie positiv auf die Gesundheit einwirken. In den meisten Fällen ist die Wirkung der Zusatzstoffe in einem Produkt, so wie es im Ladenregal steht, nicht nachgewiesen.

Der Marktanteil von funktionellen Lebensmittel liegt 1999 in der Schweiz mit schätzungsweise 250-300 Mio. sFr. knapp unter 1 Prozent des gesamten Lebensmittelmarktes. Die wirtschaftliche Bedeutung von Functional Food dürfte in Zukunft zunehmen. Für die Vermarktung bleiben aber rechtliche Fragen zu klären. Produzenten möchten in der Werbung für mit «Health Claims» auf gesundheitsfördernde Aspekte ihrer Produkte hinweisen, ohne unter das strenge Heilmittelgesetz zu fallen und die erforderlichen Wirkungs­nachweise vorweisen zu müssen. Ein Beispiel dazu ist die Werbung der Milchproduzenten zur Osteoporose.

Empfehlungen

  • Um Functional Food bedarfsgerecht nutzen zu können, muss die breite Bevölkerung umfassend über gesunde Ernährung informiert werden.
  • Die Hochschulausbildung und die Forschung an der Schnittstelle zwischen Ernährung und Medizin sollte ausgebaut werden.
  • Die Verfahren für die Zulassung und Kontrolle von Lebensmitteln sind derart zu gestalten, dass die Kompetenzen der für Heilmittel oder Lebensmittel zuständigen Behörden klar voneinander abgegrenzt sind.
  • Ferner ist es unabdingbar, bei künftigen gesetzlichen Regelungen auch die internationalen Erfahrungen und die Bedürfnisse für Aussenhandelsbeziehungen zu berücksichtigen.

Weiterführende Links

Bundesamt für Gesundheit, Bern. Functional Food Seite

American Dietetic Association. Functional Food Seite

Functional Food Science Centre, Lund University, Sweden

Organisation

Trägerschaft

  • Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS

Projekt-Beauftragte

  • Thomas Reiss Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe (Projektleiter)
  • Bärbel Hüsing , Biologin, Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe (Projektmitarbeiterin)
  • Martina Menrad Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe (Projektmitarbeiterin)
  • Sigrid Beer-Borst Ernährungswissenschafterin, prins -Projects in Nutritional Sciences, Köniz (externe Projektmitarbeiterin)
  • Christoph Andreas Zenger Jurist, Institut für öffentliches Recht, Universität Bern (externer Projektmitarbeiter)

Begleitgruppe

  • Maja Angermeier-Huber Delegierte Schweizerischer Verband der diplomierten Ernährungsberater/innen
  • Bianca-Maria Exl Chef Service Nutrition, Nestlé Suisse SA
  • Beat Hodler Fürsprecher, Geschäftsführer FIAL, Fédération des industries alimentaires suisses
  • Edith Koch Coop Schweiz, Bereich Produkteentwicklung / Ernährungsberatung /Deklaration
  • Margrit Krüger Ehem. Präsidentin Konsumentinnen-Forum (KF)
  • Marina Lieber Delegierte des Schweizerischen Apothekervereins
  • Jürg Lüthy Bundesamt für Gesundheit, Leiter Fachstelle Ernährung; Vorsitzender der Begleitgruppe
  • Fred Michel Paccaud Institut de médecine sociale et preventive, Université de Lausanne Robert Sieber Eidg. Forschungsanstalt für Milchwirtschaft, Bern-Liebefeld
  • Margret Steiger White Novartis Consumer Health AG, Bern
  • Irène Studer-Rohr Institut für Lebensmittelwissenschaft, ETH Zürich
  • Paul Walter Biochemisches Institut, Universität Basel

Projektmanagement TA-SWISS 

Dr. Adrian Rüegsegger, TA-SWISS, E-mail

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