Wie grün ist Synthetische Biologie?

Ein neues Wissenschaftsgebiet in den Schlagzeilen

Workshop und Podiumsdiskussion am 19. März 2015 im
Kongresszentrum Allresto, Effingerstrasse 20, 3008 Bern, Saal B

organisiert von TA-SWISS Zentrum für Technologiefolgen- Abschätzung 

Eintritt frei; eine Anmeldung (bis spätestens 6. März 2015) ist aus organisatorischen Gründen obligatorisch..

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Synthetische Biologie im Spiegel von Medien und Öffentlichkeit

Im Sommer 2014 verkündete Ecover, ein belgischer Pionier bei der Herstel- lung umweltfreundlicher Reinigungsprodukte, künftig in seinen Waschmitteln auf Palmöl verzichten zu wollen. Ein folgerichtiger Schritt für eine Firma, die sich dem Umweltschutz verschrieben hat. Denn der Palmöl-Boom gefährdet den Regenwald, der für die riesigen Monokulturen der Ölpalme gerodet wird. Als Ersatz für das Palmöl gedachte Ecover auf ein Öl zurückzugreifen, das in genetisch veränderten Algen hergestellt wird.

Ecover bezeichnete das dabei angewendete Verfahren als «synthetische Biologie». Verschiedene Umweltverbände lobten zwar das Vor- haben, vom Palmöl wegzukommen. Für die gewählte Alternative des «synthetischen» Algenöls aber zog Ecover Tadel auf sich; einzelne Umweltschutzorganisationen bezeichneten den Ansatz gar als «extreme Gentechnik» und warfen Ecover implizit vor, mit einer neuen Begrifflichkeit «greenwashing» zu betreiben. Im Herbst 2014 sistierte die Firma das Projekt, um Gespräche mit den Kritikern zu führen und ihren Vorbehalten Rechnung zu tragen.

Prinzipien, Sprachbilder, Wahrnehmung Kritik

Die synthetische Biologie hat auch in der Schweiz für erste Schlagzeilen gesorgt. TA- SWISS hat die Berichterstattung über das neue Forschungsgebiet untersuchen lassen und dabei Muster aufgedeckt, die für die Berichterstattung über neue, noch wenig bekannte Forschungsgebiete typisch sein dürften. Die Analyse von TA-SWISS wirft dabei eine Reihe von Fragen auf, die ausgehend vom Fallbeispiel Ecover diskutiert werden sollen, etwa: Welche grundlegenden Prinzipien stehen hinter der Synthetischen Biologie, und werden sie in der Berichterstattung der Massenmedien zutreffend wiedergegeben? Welche Sprachbilder kommen zum Einsatz, um das neue Wissenschaftsgebiet zu veranschaulichen?

Wie wird im Labor mit Produkten der Synthetischen Biologie umgegangen? Aus welchen Gründen wird an ihr Kritik geübt – und ist überhaupt vorstellbar, dass Synthetische Biologie zum Schutz der Umwelt beitragen kann? Diese und weitere Fragen will TA-SWISS zur Sprache bringen und mit potenziellen Anwendern Synthetischer Biologie sowie mit Fachleuten aus der natur- und so- zialwissenschaftlichen Forschung und mit Vertreterinnen und Vertretern von Medien und Behörden diskutieren.

Die Anmeldefrist ist beendet. Wir bitten um Verständnis.

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