Von Gutenberg zu Guttenberg

Neue Kommunikationsmittel schieben seit jeher gesellschaftliche Veränderungen an. Johannes Gutenbergs Druckerpresse löste die klösterlichen Kopierstuben bei der Aufgabe ab, schriftlich festgehaltenes Gedankengut zu verbreiten. Und als im siebzehnten Jahrhundert die Rotationsmaschine die schnelle Produktion grosser Auflagen möglich machte, läutete sie die Geburtsstunde der modernen Massenmedien ein. Heute sind es die elektronischen Medien, die unseren Alltag zunehmend prägen. TA-SWISS hat sich in verschiedenen Studien mit der fortdauernden digitalen Revolution auseinander gesetzt. Nicht zuletzt die Rechtsprechung sieht sich Herausforderungen gegenüber: Nebst dem Datenschutz wird gegenwärtig auch das Copyright heiss diskutiert. Wann wird ein Zitat zum Plagiat, wo wird die Inspiration zum geistigen Diebstahl? Mangelndes Urteilsvermögen, gepaart mit der Geringschätzung der Netzgemeinschaft, zwangen bereits mehrere Politiker zum Rücktritt, die im Copy-Paste-Verfahren promoviert hatten. Der Freiherr zu Guttenberg ist dabei der prominenteste, keineswegs aber der letzte Fall.

Ein Video von TA-SWISS wagt den Seiltanz zwischen audiovisuellem Zitat und frecher Aneignung. Für die Rahmenhandlung knüpfen wir an einen Vortrag an, den Peter Sloterdijk anlässlich des zwölften Jubiläums des Zentrums einen Vortrag für Technologiefolgen-Abschätzung hielt.

 


Quellen: A. Kündig, D. Bütschi: Die Verselbständigung des Computers, vdf Zürich 2008; Weiter knüpfen am Netz der Netze. Was Fachleute zum Internet der Zukunft sagen. TA-SWISS Bern 2009. 

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