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eHealth publifocus und elektronisches Patientendossier
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Ein elektronisches Patientendossier zur Identifikation der Patientinnen und Patienten mit allen aktuellen und bisherigen Daten über unsere Gesundheit : wie nimmt die Schweizer Bevölkerung die vom Bundesrat beschlossene Einführung des elektronisches Patientendossiers auf?
Zur Beantwortung dieser Frage organisiert TA-SWISS den publifocus eHealth. Ziel dieser Veranstaltung ist es, ein Dialog mit Schweizer Bürgerinnen und Bürger zu diesem Thema zu lancieren. Im Rahmen des publifocus sollen in erster Linie die Chancen, die Risiken, die Bedürfnisse, die Ängste und der Nutzen des elektronisches Patientendossiers aufgezeigt werden sowie Empfehlungen für Politikerinnen und Politiker ausgearbeitet werden.
Das Projekt
Warum ein publifocus zum Thema „eHealth “?
Die Strategie eHealth wurde vom Bundesrat im Juni 2007 verabschiedet. 2008 soll mit der Verteilung der elektronischen Versichertenkarte begonnen und ab 2010 das elektronische Patientendossier eingeführt werden. Das Projekt steht erst am Anfang, so dass noch Zeit ist, den politischen Verantwortlichen Informationen und Empfehlungen für den Vollzug zu übermitteln.
Zudem lässt die vom Bundesrat beschlossene Strategie eHealth noch viele Fragen offen. Dieser publifocus wird Gelegenheit bieten, auf einige dieser Fragen zu antworten.
Das Ziel des publifocus
Das Hauptziel des publifocus ist, gemeinsam mit zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern die Chancen und Risiken des elektronischen Patientendossiers zu diskutieren, ihre Meinung und ihre Bedürfnisse zu erkunden und die Akzeptanz zu untersuchen, denn bisher wurden sie noch nicht ausreichend zu diesem Thema befragt.
Im Wesentlichen sollen folgende Fragen öffentlich diskutiert werden:
- Wie wird die Einführung des elektronischen Patienendossiers von den Bürgerinnen und Bürgern aufgenommen?
- Sollen die Informationen über ihre Gesundheit in einem elektronischen Dossier gespeichert werden?
- Finden sie, dass der Staat mit diesem Projekt das Geld für einen guten Zweck ausgibt?
- Welche Vor- und Nachteile bringt dieses Projekt?
Hintergrundinformationen
Worum handelt es sich bei der vom Bund beschlossenen Strategie „eHealth“?
Unter „eHealth" oder „Elektronischen Gesundheitsdiensten" versteht man „den integrierten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zur Gestaltung, Unterstützung und Vernetzung aller Prozesse und Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Gesundheitswesen“. (Definition des Bundesamtes für Gesundheit BAG)
Die Strategie „eHealth“ legt den Schwerpunkt auf drei Bereiche:
- Die Versichertenkarte und das elektronische Patientendossier: Ab 2009 sollen gemäss der Strategie administrative Daten (z.B. Name des Versicherten, Sozialversicherungsnummer) auf einer Karte gespeichert werden, um die Patienten elektronisch zu identifizieren. Die Patienten können darüber hinaus medizinische Daten (z.B. Blutgruppe, chronische Erkrankungen, Allergien, Vorgeschichte) speichern oder wieder löschen lassen. Diese Karte ist ein erster Schritt in Richtung elektronisches Patientendossier, das alle Schweizer Bürgerinnen und Bürger bis 2015 haben werden.
- Schaffung eines Koordinationsorgans: Im Rahmen der Umsetzung und Entwicklung der Strategie plant der Staat parallel zur Einführung der oben genannten Elemente im Jahr 2007 die Schaffung eines Koordinationsorgans sowie einer Rahmenvereinbarung, um rechtliche Fragen zu klären.
- Onlineinformationen und -dienste: Auf diesem Weg soll die Bevölkerung in den Bereichen Gesundheitsschutz, Krankheitsprävention, Patientenrechte, Bewältigung gesundheitlicher Krisen usw. kompetent Auskunft erhalten . Zu diesem Zweck will der Staat für Nichtfachleute verständliche Informationen über das Internetportal verbreiten. Diese Informationen müssen ausgewogen, korrekt und zuverlässig sein und den Qualitätssicherungskriterien entsprechen.
Die eHealth Strategie wurde gemeinsam vom Bundesamt für Gesundheit (BAG), vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) und von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und –direktoren (GDK) entwickelt und im Februar 2007 vom Bundesrat angenommen.
Chancen und Risiken des elektronischen Patientendossiers
Die medizinischen Patienteninformationen sind zurzeit an unterschiedlichen Orten in Papierform abgelegt oder elektronisch gespeichert . Sobald die Strategie in Kraft und die technischen Möglichkeiten vorhanden sind , können Ärzte, Spitäler und Apotheken die Daten bei der Verrechnung elektronisch speichern und die medizinischen Daten über die Patienten im elektronischen Dossier abrufen.
Ziel dieses neuen Systems ist , die administrativen Schritte bis zur Leistungsabrechnung zu reduzieren, die Effizienz in der Verwaltung zu steigern, die medizinische Qualität und die Sicherheit der Behandlung zu verbessern und den Versicherten (die über den Umfang und die Verwendung der persönlichen Daten entscheiden) mehr Verantwortung zu übertragen. Die Karte soll auch den Informationsaustausch vereinfachen und unabhängig von Ort und Zeit machen. Vom praktischen Standpunkt aus gesehen sollte die Karte insbesondere bei Notfällen Nutzen bringen, da sie eine rasche und wirksame Versorgung ermöglicht.
Das neue System wirft jedoch eine Reihe von Fragen auf, die noch nicht klar beantwortet sind:
- Sind Vertraulichkeit und Datenschutz gewährleistet?
- Wie hoch sind die Kosten dieser neuen Strategie? Wie wirken sie sich auf die Bürgerinnen und Bürger aus?
- Ist die Nutzung des elektronischen Dossiers sicher? Können sich gesundheitliche Risiken daraus ergeben?
- Wer hat Zugang zu diesen Daten?
- Wer verwaltet die Daten?
Resultate
Resultate des publifocus
Für ein effizienteres Gesundheitswesen. Bericht zum Dialogverfahren "ehealth publifocus und elektronisches Patientendossier. pdf-publifocus-Bericht
Ablauf
Methode
Der Grundgedanke des publifocus ist , eine Debatte über ein kontroverses Thema zwischen rund einem Dutzend Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen. Die Diskussionen werden in verschiedenen Regionen der Schweiz in mehreren Gruppen durchgeführt.
Vorgehen:
- TA-SWISS wählt in den verschiedenen Teilen der Schweiz Bürgerinnen und Bürger zufällig aus, die an einer der publifocus-Diskussionsrunden teilnehmen.
- Um die Teilnehmenden auf diese Diskussion vorzubereiten, erhalten sie von TA-SWISS vorab eine Broschüre mit umfassenden Informationen, in der die Stärken, die Schwächen und der Nutzen des elektronischen Patientendossiers beschrieben sind.
- Die publifocus-Veranstaltungen finden in verschiedenen Schweizer Städten statt und werden von einem Moderator geleitet.
- Die Diskussionen werden schriftlich dokumentiert und in einem Abschlussbericht zusammengefasst.
Zeitplan
Projektbeginn: Herbst 2007 | Ende: Frühjahr-Sommer 2008
Downloads
Medieninformation
12.11.2007
Patientendaten bald überall verfügbar?
27.08.2008
Grünes Licht für eHealth: Schweizer Bürgerinnen und Bürger begrüssen elektronische Gesundheitsdienste.
pdf - Medienmitteilung
Newsletter
Diskussionen und Meinungen zum elektronischen Patientendossier und eHealth
Infobroschüre
Unsere Gesundheitsdaten im Netz
Schlussbericht
Für ein effizienteres Gesundheitswesen. Bericht zum Dialogverfahren "ehealth publifocus und elektronisches Patientendossier. pdf-publifocus-Bericht
Veranstaltungen
Publifocus
Vier publifoci werden im Frühling 2008 durchgeführt (genauere Informationen folgen in den nächsten Monaten) :
- publifocus in der Deutschschweiz
- publifocus in der Romandie
- publifocus im Tessin
- publifocus mit Stakeholdern
Kontakte
Trägerschaft
- TA-SWISS, Dr. Sergio Bellucci, Geschäftsführer
- Bundesamt für Kommunikation BAKOM, Frau Ka Schuppisser, Koordinatorin Informationsgesellschaft
- Akademie der Medizinischen Wissenschaften Schweiz SAMW, Herr Dr. Hermann Amstad, Generalsekretär
- Akademie der Technischen Wissenschaften Schweiz SATW, Herr Dr. Michel Roulet, Projektleiter eHealth
Beteiligte Personen
TA-SWISS Projekt-Betreuer
Begleitgruppe
Experten aus dem Bereich E-Health bzw. Gesundheitswesen
- Prof. Olivier Guillod, Institut de droit de la santé, Directeur, Université de Neuchâtel
Geistes und Sozial Wissenschaftler
- Prof. Dr. Alberto Bondolfi, Dépt. Interfacultaire d’éthique, Université de Lausanne
- Prof. Dr. Luca Crivelli, Universität Lugano, Direktor Net-MEGS
- Dr. Iva Bolgiani, Mitarbeiterin des Gesundheitsdepartements Kt. Tessin, Universität Genf
Wirtschaft
- Herr Markus Nufer, IBM Schweiz, Manager of Governmental Programs
Interessensorganisationen
- Frau Pia Ernst, Schweizer Patientenorganisation, Geschäftsführerin
- Herr Walter Stüdeli, eCH, Verein für eGovernment-Standards, Geschäftsführer
- Fritz Britt, Santé Suisse, Direktor
- Dr. Max Giger, FMH Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte, Mitglied Zentralvorstand
Bundespolitik
- Frau Nationalrätin Edith Graf-Litscher, Agentur ÖKK Thurgau
Behörde
- Herr Hanspeter Thür, Eidgenössischer Datenschutzbeauftragter, wo? Kanton? Bern
- Frau Andrea Nagel , BAG, Projektleiterin eHealth
Medien
- Frau Ann Schwarz, Tages-Anzeiger Zürich, Redaktorin
TA-LA
- Dr. Rosmarie Waldner, Wissenschaftsjournalistin, Zürich (Präsidentin der Begleitgruppe)
- Dr. iur. Bruno Baeriswyl, Datenschutzbeauftragter des Kantons Zürich
Kommunikation
- Susanne Brenner, TA-SWISS. e-mail
Links
Weiterführende Links
http://www.bag.admin.ch/themen/krankenversicherung/00305/03505/index.html?lang=fr: Nationale Strategie « eHealth »
TA-SWISS Berichte und Studie
- Studie „Computerbasierte Patientendossiers“, 2000 (TA 36/2000)
- Studie „ Der gläserne Kunde“, 2000 (TA 38/2000)
- Studie „ A basis for IT Assessment“, 2002 (TA 43/2002)
- Studie „ Der Vorsorgeprinzip in der Informationsgesellschaft : Auswirkungen des Pervasive Computing auf Gesundheit und Umwelt “, 2003 (TA 46/2003)
- Studie „Telemedizin“, 2004 (TA 49/2004)
- Bericht „ ICT and Privacy in Europe”, 2006 (EPTA Report 2006)