- TA-SWISS
Brunngasse 36
CH-3011 Bern
T + 41 31 310 99 60
F + 41 31 310 99 61
info@ta-swiss.ch
Bürger-Projekte (Dialogverfahren)
Den Bürgerinnen und Bürgern eine Stimme geben
TA-SWISS verwendet verschiedene Formen von partizipativen Verfahren, um Bürgermeinungen qualitativ zu erfassen. Das Ziel ist es, Entscheidungsträger, die dazu tendieren, nur auf Fachleute zu hören, über die Sichtweise der Bürgerinnen und Bürger zu informieren. Die Perspektive von Laien kann so in die Evaluation von Technologien mit einbezogen werden. Dabei gilt es auch der Mehrsprachigkeit der Schweiz gerecht zu werden.
Dialogverfahren
Bei TA-SWISS werden folgende partizipative Methoden, so genannte Dialogverfahren angewandt:
PubliForum | publifocus | PubliTalk
PubliForum
Das PubliForum ist ein Dialogverfahren, das TA-SWISS für die Schweiz eingeführt und angepasst hat. Die Methode wurde unter dem Namen «Konsens-Konferenz» in Dänemark entwickelt. Der Veranstalter gibt dabei das Thema vor; es ist Sache der Bürgerinnen und Bürger, Fragestellungen zu konkretisieren und Fachleute beizuziehen.
- Das Bürgerpanel
Zunächst werden nach dem Zufallsprinzip Bürgerinnen und Bürger kontaktiert; aus den Anmeldungen werden aufgrund soziodemografischer Gesichtspunkte Bürgerinnen und Bürger ausgewählt. Diese bilden das so genannte Bürgerpanel. - Vorbereitung
Die normalerweise rund 30 Personen umfassende Gruppe bereitet sich während zweier Wochenenden auf das eigentliche PubliForum vor. Dabei erarbeitet sie offene Fragen, welche Fachleuten der ausgewählten Gebiete vorgelegt werden sollen. Aufgrund dieser Vorarbeit bestimmen die Bürgerinnen und Bürger dann diejenigen Auskunftspersonen, welche sie befragen wollen. - Bürgerbericht
Es folgt der zweitägige Hauptanlass, zu dem sich auch die Fachleute vorbereiten können. Das Bürgerpanel setzt sich dann erneut zusammen, um die erhaltenen Antworten zu sichten und in einem Bericht zusammenzufassen. Dieser enthält einerseits eine umfassende Darstellung der gemeinhin recht kontroversen Antworten der Fachleute und andererseits eine Einschätzung der Bürgerinnen und Bürger. Diese formulieren darin auch konkrete Empfehlungen und Forderungen zu Handen des Parlaments. Es sind ihnen dabei keine Grenzen – etwa der politischen Machbarkeit oder der gesellschaftlichen Umsetzbarkeit – gesetzt. - Beispiele zum PubliForum
PubliForum Forschung am Menschen (2003/04)
PubliForum Transplantationsmedizin (2000)
PubliForum Gentechnik und Ernährung (1999)
publifocus
Beim Instrument des publifocus, welches auf dem Konzept der so genannten «Focus Groups» basiert, werden halbtägige Veranstaltungen durchgeführt. Einem breiten Querschnitt von Bürgerinnen und Bürgern wird eine kontroverse Fragestellung vorgelegt. Die Gesprächsrunden mit je zehn Personen werden professionell moderiert und entsprechende Berichte von externer Seite abgefasst. Die Ergebnisse von publifocus Projekten erlauben einen Vergleich zwischen den Sprachregionen und verschiedenen Stakeholder Gruppen.
- Qualitative Ergebnisse
Die Stärke der publifocus-Methode liegt darin, dass ganze Argumentationsketten, aber auch verbreitete Widersprüche oder Ambivalenzen herausgearbeitet werden können. Mehrere Diskussionen mit insgesamt rund 50 Teilnehmenden lassen jedoch keine quantitativen Aussagen über die Meinungen in der Bevölkerung zu. Die Ergebnisse eines publifocus erheben denn auch nicht den Anspruch repräsentativ zu sein. - Beispiele zum publifocus
publifocus eHealth (2007/08)
publifocus Nanotechnologien (2006/07)
publifocus Road Pricing (2004)
publifocus In-vitro-Fertilisation (2003)
publifocus Forschung an embryonalen Stammzellen (2002)
PubliTalk
Die Methode PubliTalk richtet sich, im Gegensatz zu den anderen beiden Dialogverfahren, an eine homogene Gruppe. Im Rahmen der Auseinandersetzung mit Forschung am Menschen hat TA-SWISS dieses Verfahren erstmals eingesetzt, um die Meinung von Jugendlichen zu erfassen.
- Erfahrungsberichte und Gruppendiskussionen
Während eines Nachmittags erhielten die Jugendlichen Gelegenheit mit Personen zu diskutieren, die selber von der medizinischen Forschung unmittelbar betroffen sind: es sind dies je ein Patient, der sich einer neuartigen Therapie unterzieht, die Ärztin oder der Arzt, welche die kranke Person begleiten und eine Fachperson für Ethik. Nach kurzen Impulsreferaten und einer Diskussion zwischen den Auszubildenden zogen sich diese zu Gruppendiskussionen zurück, um eine Reihe von Fragen zu besprechen, die von TA-SWISS vorgegeben wurden. - Plenumsdiskussion
Die Ergebnisse wurden anschliessend im Plenum diskutiert und von den Organisatoren in einem Bericht zusammengefasst. Der PubliTalk zur Forschung am Menschen umfasste drei Diskussionsrunden je in einer Sprachregion der Schweiz. - Beispiel zum PubliTalk
PubliTalk Jugendliche diskutieren Forschung am Menschen (2003/04)
- Möglichkeiten und Grenzen (PDF 53 KB) der unterschiedlichen Dialogverfahren von TA-SWISS.
- Tabelle mit einem Vergleich der drei Dialogverfahren (PDF 13 KB), welche von TA-SWISS angewendet werden.
- Participatory Methods Toolkit. A practitioner's manual. Publikation der König Baudoin Stiftung, des Flämischen Institus für Wissenschafts- und Technologiefolgen-Abschätzung in Zusammenarbeit mit der United Nations University (PDF 1.9 MB). Nur auf Englisch verfügbar.