- TA-SWISS
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Häufige Fragen
1. Wozu Technologiefolgen-Abschätzung?
2. Welche Themen bearbeitet TA-SWISS?
3. Für wen arbeitet TA-SWISS?
4. Wer bezahlt die Arbeit von TA-SWISS?
5. Wie arbeitet TA-SWISS?
6. Was können TA-SWISS Studien leisten?
7. Was können TA-SWISS Dialogverfahren leisten?
8. Was geschieht mit den Resultaten von TA-SWISS?
9. Wie ist TA-SWISS organisiert?
10. Mit wem arbeitet TA-SWISS zusammen?
1. Wozu Technologiefolgen-Abschätzung?
Wissenschaft und Forschung schaffen laufend und mit zunehmender Geschwindigkeit neue Erkenntnisse. Diese werden in neue Entwicklungen und Technologien umgesetzt. Der wirtschaftliche Fortschritt basiert auf technologischen Innovationen. Neue Technologien eröffnen einerseits Chancen können andererseits aber auch Risiken beinhalten. Die Aufgabe der Technologiefolgen-Abschätzung (TA) ist es, einen Beitrag zur Minimierung möglicher Risiken zu leisten und gleichzeitig die Chancen neuer Technologien im Auge zu behalten. Im vorpolitischen Raum erarbeitet TA Grundlagen für die Entscheidungshilfe des Gesetzgebers (Schaffung, Anpassung von Gesetzen). TA leistet Orientierungshilfe im Dschungel der neuen Technologien. TA ist der Versuch vorauszuschauen und die Sachkundenot zu lindern: Anstatt im Blindflug in die Technozukunft – mit Weitblick in die Zukunft.
2. Welche Themen bearbeitet TA-SWISS?
TA-SWISS beschäftigt sich mit neuen, besonders kontroversen Technologien, welche breite Teile der Bevölkerung betreffen und politischen Regelungsbedarf nach sich ziehen könnten. Thematisch konzentriert sich TA-SWISS auf drei Schwerpunkte: Biotechnologie und Medizin, Nanotechnologien und Informationsgesellschaft.
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3. Für wen arbeitet TA-SWISS?
TA-SWISS ist ein Instrument der Politikberatung. Hauptadressaten sind deshalb das Parlament, der Bundesrat und die Behörden. Die Arbeiten von TA-SWISS richten sich auch an weitere Personen und Institutionen mit Interesse an Wissenschafts- und Technologiefragen. Um die Aufgabe möglichst glaubwürdig erfüllen zu können, ist die Unabhängigkeit der Arbeiten von TA-SWISS von zentraler Bedeutung.
4. Wer bezahlt die Arbeit von TA-SWISS?
Das Budget von TA-SWISS beträgt ca. 1.1 Mio. SFr. pro Jahr und wird durch öffentliche Gelder abgedeckt. Davon werden ca. 30 % für Projekte durch die Beteiligung von Organisationen und Behörden in Trägerschaften (z.B. Bundesämter, Akadmien, Nationalfonds) eingeholt. Mit diesen Mitteln werden alle Projekt- und Personalkosten gedeckt.
5. Wie arbeitet TA-SWISS?
Die öffentliche Finanzierung garantiert eine möglichst unvoreingenommene, unabhängige Arbeit. Zur kompetenten Durchführung der Arbeiten zieht TA-SWISS Spezialisten aus Universitäten und privaten Beratungsbüros bei. Die Arbeiten von TA-SWISS basieren auf drei unterschiedlichen Säulen:
- Umfangreiche, interdisziplinäre Studien (Expertenberichte)
- Mitwirkungsverfahren mit Bürgerinnen und Bürger (Bürgerberichte)
- Kommunikation und Verbreitung der Ergebnisse (Kurzfassungen, Veranstaltungen, Webseite etc.).
Bei der Durchführung der Arbeiten greift TA-SWISS auf ein breites Netzwerk von Fachleuten im In- und Ausland sowie auf die Beziehungen zu anderen TA-Stellen im europäischen Umfeld zurück. Die Qualitätssicherung der Arbeiten bei TA-SWISS erfolgt durch Begleitgruppen. Alle diese Verfahren sind festgelegt und transparent für Aussenstehende. Dies wiederum ist von grundlegender Bedeutung für die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse von TA-SWISS. Das strategische Aufsichtsorgan von TA-SWISS ist der Leitungsausschuss.
6. Was können TA-SWISS Studien leisten?
Das Ziel der Studien ist, dass sie einen Beitrag zur politischen Entscheidungsfindung leisten. TA-SWISS Studien fassen den wissenschaftlichen Kenntnisstand und die absehbaren Entwicklungen zu einer bestimmten Technologie möglichst umfassend zusammen. D.h. es handelt sich dabei um eine interdisziplinäre Auslegeordnung zu einer bestimmten Technologie, die auf ihre möglichen sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen, ethischen und rechtlichen Folgen hin untersucht wird. Möglichst unabhängig sollen Chancen und Risiken neuer Technologien dargestellt werden. Zu jeder Studie gehören auch Empfehlung an den Gesetzgeber oder an andere betroffene Kreise. Die umfangreichen Studien werden von einer verständlich aufbereiteten Kurzfassung begleitet. Vor der Veröffentlichung einer TA-SWISS Studie wird deren Inhalt einer Begutachtung durch mindestens zwei Fachexperten unterzogen. Somit erfolgt neben Begleitgruppe und Leitungsausschuss eine zusätzliche Qualitätskontrolle.
7. Was können TA-SWISS Dialogverfahren leisten?
Das Ziel der Mitwirkungsverfahren von TA-SWISS besteht darin, einen Beitrag zur politischen Entscheidungsfindung zu leisten. Durch die professionell moderierten Mitwirkungsverfahren erhalten Bürgerinnen und Bürger in der Technologiedebatte eine Stimme. Mit den unterschiedlich aufwändigen Verfahren (PubliForum, publifocus, PubliTalk) liegen die Schwerpunkte je nach dem eher beim Auffinden der brisanten Fragen und der Formulierung von Empfehlungen aus Sicht der informierten Laien (PubliForum); der Erfassung der Meinungsvielfalt und der verschiedenen Argumentationsmuster (publifocus); oder beim Erkennen sprachregionaler Unterschiede und Einholen von Stimmen Betroffener (publifocus und PubliTalk). Entscheidungsträger tendieren dazu Expertenmeinungen anzuhören. Gerade deshalb ist es wichtig auch die Sichtweise von Laien einzubringen. Die Mitwirkungsverfahren von TA-SWISS erheben nicht den Anspruch repräsentativ zu sein, vielmehr stehen die qualitativen Aussagen im Vordergrund: Welche Fragen stellen sich Bürgerinnen und Bürger, die nich durch bestimmte Interessen voreingenommen sind? Was wünschen sich Bürgerinnen und Bürger?
8. Was geschieht mit den Resultaten von TA-SWISS?
TA-SWISS ist darum bemüht, dass die Resultate aus seinen Projekten nicht in den Schubladen verschwinden. Aus diesem Grund wird der Kommunikation eine wichtige Rolle beigemessen. Konkret bedeutet das:
- umfangreiche Expertenberichte werden als allgemein verständliche Kurzfassungen verbreitet
- für jedes Projekt erfolgt eine Pressearbeit von Beginn bis zum Abschluss
- die Ergebnisse werden in Veranstaltungen öffentlich vorgestellt und in Diskussionen der Kontroverse ausgesetzt
- ein periodisch erscheinender Newsletter und ein laufend aktualisiertes Angebot auf der Webseite ergänzen diese Aktivitäten
- Ganz gezielt werden auch Veranstaltungen für die Mitglieder des Parlaments organisiert und mit Auftritten in den entsprechenden parlamentarischen Kommissionen wird dafür gesorgt, dass die Resultate möglichst direkt weitervermittelt werden können.
9. Wie ist TA-SWISS organisiert?
TA-SWISS wurde 1992 gegründet . Die Geschäftsstelle ist verantwortlich für die operationelle Tätigkeiten von TA-SWISS. Aufsichtsorgan ist der TA-SWISS Leitungsausschuss. Dieser ist verantwortlich für die strategische Führung (Festlegung der Schwerpunkte, Wahl der Themen und Freigabe der Berichte). Das Gremium besteht aus 14 gewählten Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Zusätzlich sind darin auch Vertretungen von Bundesämtern und weiteren Verwaltungsstellen. Für die Durchführung von Projekten werden Begleitgruppen und fallweise auch Trägerschaftsgruppen eingesetzt. TA-SWISS ist ein Kompetenzzentrum der Akademien der Wissenschaften Schweiz.
10. Mit wem arbeitet TA-SWISS zusammen?
Innerhalb der Schweiz arbeitet TA-SWISS je nach Thema mit verschiedenen Organisationen und Behörden eng zusammen. Dazu gehören verschiedene Bundesämter, wissenschaftliche Organisationen und Nichtregierungsorganisationen. International ist TA-SWISS eingebettet in verschiedene Netzwerke mit anderen Institutionen der Technologiefolgen-Abschätzung. Ziel dieser Netzwerke ist es, den Informations- und Erfahrungsaustausch zu pflegen und Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Beispiele von Netzwerken sind: EPTA European Parliamentary Technology Assessment Network und INAHTA International Association of Health Technology Assessment. TA-SWISS hat in den letzten Jahren auch aktiv an europäischen Forschungsprojekten mitgewirkt und seine Erfahrungen einbringen können.