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Studie «Pharmacogenomics»
(2003-2004)

Massgeschneiderte Medikamente – Chance und Mythos zugleich

Tabletten

«Für Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage... »

Einführung | Resultate | Vorgehen | Downloads | Veranstaltungen | Kontakte | Links

Einführung

Was versteht man unter Pharmakogenetik und Pharmakogenomik?
Pharmakogenetik untersucht genetische Faktoren, die individuelle Unterschiede in der Reaktion auf Medikamente erklären. Ziel ist eine besser auf den einzelnen Patienten/die einzelne Patientin abgestimmte Therapie: Bei der Wahl und der Dosierung von Medikamenten sollen die erwähnten genetischen Faktoren berücksichtigt werden. Dadurch soll die Wirksamkeit der Therapie erhöht und die Nebenwirkungen vermindert werden.

Pharmakogenomik befasst sich insbesondere mit der Entwicklung von neuen Medikamenten. Dabei spielen auch die Erkenntnisse der Pharmakogenetik eine Rolle. Zudem ist der Einfluss von Wirkstoffen auf die Aktivität bestimmter Gene von Bedeutung, auch wird nach geeigneten «Zielstrukturen» im Stoffwechsel gesucht, auf welche Medikamente einwirken könnten.

Chancen und Risiken der Pharmakogenetik und Pharmakogenomik
Die Anwendung der Analyse des menschlichen Erbguts zur Verbesserung der Wirksamkeit bestehender Medikamente und zur Vermeidung von Nebenwirkungen ist viel versprechend. Auch von der Entwicklung neuer, auf den Kenntnissen des menschlichen Erbguts beruhender Medikamente verspricht man sich wirksamere Therapien.

Bevor «pharmakogenetische» Medikamente verabreicht würden, müsste mit Hilfe genetischer Tests bei jedem Patienten bzw. jeder Patientin geprüft werden, ob von einer guten Wirksamkeit bzw. Verträglichkeit des Heilmittels ausgegangen werden kann. Doch solche Tests lassen keine absolut verlässlichen Aussagen zu. So muss der Arzt anhand einer Wahrscheinlichkeitsaussage entscheiden. Zusätzliche Gentests rufen auch Bedenken wach im Hinblick auf den Umgang mit den erhobenen Daten.

W ieso eine TA-SWISS Studie «Pharmakogenetik und -genomik»?
Im Zusammenhang mit der Analyse des Genoms des Menschen wurde eine neue, «Genom-basierte» Medizin in Aussicht gestellt. Die Kenntnis des seit 2001 praktisch vollständig entschlüsselten Erbguts des Menschen hat die Möglichkeiten der Diagnostik bereits erheblich erweitert. Doch neue Therapien dürften länger auf sich warten lassen als ursprünglich erhofft. Pharmakogenetik und Pharmakogenomik sind allerdings Bereiche, die schon bereit sind für die Anwendung. Dieser Praxisbezug hat TA-SWISS dazu veranlasst, eine Studie durchzuführen.

Zielsetzungen der Studie
Die Studie «Pharmakogenetik und Pharmakogenomik» hat zum Ziel:

Resultate

Ergebnisse der Studie
In den nächsten Jahren dürfte die Therapierbarkeit von häufigen und schweren Erkrankungen wie Krebs, Herzkreislauf-Erkrankungen oder Asthma durch den Einsatz pharmakogenetischer und pharmakogenomischer Methoden verbessert werden. Allerdings sind oft verwendeten Metaphern wie «massgeschneiderte Medikamente» und «persönliche Pillen» irreführend. Diese wecken zu hohe Erwartungen und verdecken gar das eigentliche Potenzial, nämlich die Entwicklung neuer Medikamente, die gezielter und mit weniger Nebenwirkungen eingesetzt werden können.

Die Entwicklung geht in Richtung einer Aufsplitterung der Bevölkerung in verschiedene genetische Untergruppen, die dann jeweils das am besten geeignete Medikament erhalten könnten. In den seltensten Fällen ist allerdings eine genetische Variante allein verantwortlich für die Entstehung einer Krankheit oder für den Erfolg einer Therapie mit Medikamenten. Die Funktionen der Gene und deren Rolle im Zusammenspiel mit Umweltfaktoren und Lebensstilen rücken zunehmend in den Mittelpunkt der genomischen Forschung. Um die komplexen Wechselwirkungen erforschen zu können, ist es erforderlich, grosse Mengen von genetischen und Lebenstil-Daten zu sammeln. Zu diesem Zweck werden so genannte Biobanken aufgebaut, die Tausende von Blut- und Gewebeproben enthalten.

Anders als vielfach behauptet, dürften Pharmakogenetik und Pharmakogenomik kaum dazu führen, dass gewisse Gruppen von Patientinnen oder Patienten diskriminiert werden. Gewiss werden durch pharmakogenetische Ansätze Personen identifiziert, bei denen ein bestimmtes Medikament nicht wirken oder schwere Nebenwirkungen verursachen würde. Es ist jedoch falsch, daraus abzuleiten, diese Gruppen würden ungerechtfertigterweise ungleich behandelt.

Empfehlungen

Vorgehen

Methode Zeitplan
Projektbeginn: März 2003 | Abschluss: Mai 2004

Downloads

Medieninformation
17.05.04 «Massgeschneiderte Medikamente»: Chance und Mythos zugleich
23.10.03 Bessere Medikamente durch Kenntnis der Gene?

Kurzfassung
17.05.04 Auf dem Weg zu massgeschneiderten Medikamenten?

Studie
Pharmakogenetik und Pharmakogenomik. Studie des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung, TA 48/2004, Klaus Peter Rippe, Andreas Bachmann, Karin Faisst, Willy Oggier, Christiane Pauli-Magnus, Nicole Probst-Hensch, Marion Völger, Bern, 2004 .

Zum Thema erschienen
noch keine Publikationen

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Veranstaltungen

Tagungen
21.04.05 Biobanken - Forschung und Persönlichkeitsschutz. Veranstalter: Stiftung für Datenschutz und Informationssicherheit, Basel und Swiss Re Centre for Global Dialogue, Rüschlikon in Kooperation u.a. mit TA-SWISS
Programm

13.09.04 «Massgeschneiderte Medikamente» - Chance oder Mythos? Basel
Tagungsunterlagen:

Pressekonferenz
17.05.04 « Pharmakogenetik und Pharmakogenomik » Folien der Pressekonferenz zur Studie

Kontakte

Trägerschaft

Beteiligte Personen

TA-SWISS Projekt-Betreuer

Projekt-Beauftragte

Begleitgruppe

Öffentlichkeitsarbeit

Links

Weiterführende Links
noch keine Links zur Verfügung

Zuletzt aktualisiert am: 17.01.2008 nbz